01.04.2020 15:30

Verurteilung bestätigt

Baby erstickt und in Müll geworfen

Das Bundesgericht hat die Verurteilung einer Frau wegen Kindestötung zu einer bedingten zweijährigen Freiheitsstrafe bestätigt. Die Staatsanwaltschaft hatte mehr gefordert.

von
mab
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Das Bundesgericht kommt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil zum Schluss, dass das Walliser Kantonsgericht zurecht den privilegierten Tatbestand der Kindestötung angewandt hat.

Das Bundesgericht kommt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil zum Schluss, dass das Walliser Kantonsgericht zurecht den privilegierten Tatbestand der Kindestötung angewandt hat.

Keystone/Laurent Gillieron
Dieser kommt zum tragen, wenn eine Mutter während der Geburt oder solange sie unter dem Einfluss des Geburtsvorganges steht, ihr Kind tötet. Die maximale Strafe beträgt drei Jahre Gefängnis.

Dieser kommt zum tragen, wenn eine Mutter während der Geburt oder solange sie unter dem Einfluss des Geburtsvorganges steht, ihr Kind tötet. Die maximale Strafe beträgt drei Jahre Gefängnis.

Keystone/Christian Brun
Das Bundesgericht bestätigt nun das Urteil des Walliser Kantonsgerichts. Die Frau wurde zu einer bedingten, zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Bundesgericht bestätigt nun das Urteil des Walliser Kantonsgerichts. Die Frau wurde zu einer bedingten, zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Keystone/Laurent Gillieron

Das Bundesgericht kommt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil zum Schluss, dass das Walliser Kantonsgericht zurecht den privilegierten Tatbestand der Kindestötung angewandt hat. Dieser kommt zum tragen, wenn eine Mutter während der Geburt oder solange sie unter dem Einfluss des Geburtsvorganges steht, ihr Kind tötet. Die maximale Strafe beträgt drei Jahre Gefängnis.

Die Walliser Staatsanwaltschaft forderte einen Schuldspruch wegen Mordes und eine Strafe von zehn Jahren. Entgegen der Ansicht der Walliser Staatsanwaltschaft muss die Mutter bei der Tat nicht an einer psychischen Störung gelitten haben. Eine solche hatte ein Gutachter nicht feststellen können. Gemäss Bundesgericht geht das Gesetz vielmehr davon aus, dass die Verantwortlichkeit einer Frau während des Geburtsvorgangs und während einer gewissen Zeit danach verringert ist.

Schwangerschaft verheimlicht

Die heute 38-jährige Verurteilte brachte im Dezember 2015 ihr Kind alleine zu Hause zur Welt. Es war ihr viertes Kind. Rund zweieinhalb Stunden nach der Geburt erstickte sie das Baby und warf es anschliessend in den Müll.

Festgestellt wurde die Schwangerschaft per Zufall bei einer neurologischen Untersuchung im Oktober 2015. Die Frau reagierte negativ darauf und entschied, das Kind zur Adoption frei zu geben. Ihren Eltern und Kindern sowie dem Vater des Kindes verheimlichte sie die Schwangerschaft.

Urteil 6B_1311/2019 vom 5.3.2010 (mab/sda)

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