Istanbuler Flughafen: Baby für 450 Franken verkauft
Aktualisiert

Istanbuler FlughafenBaby für 450 Franken verkauft

In der türkischen Metropole Istanbul ist ein Kinderhandel aufgedeckt worden. Ein deutsches Paar wollte einer Turkmenin das Kind abkaufen. Der Handel scheiterte im letzten Moment.

von
zve

Ein deutsches Ehepaar soll in Istanbul ein Kind für 450 Franken gekauft haben. (Video: Reuters)

Das Ganze begann im Sommer 2013. Die Turkmenin Dinara A. knüpfte via Online-Chat Kontakt zu einer Deutschen. Daraufhin trafen sich die beiden am 14. September am Sabiha-Gökcen-Flughafen in Istanbul. 1000 Türkische Lira verlangte die 22-Jährige für ihr vier Monate altes Baby. Zur Übergabe kam es auf der Toilette des Flughafens. Wie Videoaufnahmen zeigen, ging die Turkmenin mit einer Babytasche auf die Toilette und liess sie dort, woraufhin die Deutsche später mit der Tasche hinausging. Die Käuferin merkte später, dass sie das Kind ohne gültigen Reisepass nicht mit nach Deutschland nehmen konnte, und bekam Angst. Sie ging zur Polizei und meldete den «Fund» als Findelkind. Die Polizei wurde misstrauisch und der Deal flog im letzten Moment auf.

Die turkmenische Mutter lebte illegal in der Türkei. Ihr Kind wurde nicht ehelich geboren. «Als ich schwanger wurde, wollte ich das Baby loswerden», sagte Dinara A. laut der türkischen Zeitung «Zaman» der Polizei. «Jetzt bereue ich es.» Die 22-Jährige bekam ihr Baby zurück und wurde drei Tage später in ihr Heimatland abgeschoben. Die Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund bekam eine Anzeige. Ihr könnten bis zu zehn Jahre Haft drohen, sagte Strafrechtler Boris Strube zu Bild.

Deine Meinung