Aktualisiert 25.08.2015 19:10

WinterthurBaby für Konzert im Auto gelassen – Fall für Kesb

Die Eltern, die während eines Konzertbesuchs ihr Baby im Auto liessen, dürften es mit der Kesb zu tun kriegen. Die Polizei wird die Behörde über den Vorfall informieren.

von
20M
Die Eltern amüsierten sich ohne ihr Baby an einem Konzert der Musikfestwochen, hier der Blick in die Steinberggasse.

Die Eltern amüsierten sich ohne ihr Baby an einem Konzert der Musikfestwochen, hier der Blick in die Steinberggasse.

Es klingt unglaublich: Ein Elternpaar hat am Sonntagabend in einem Winterthurer Parkhaus sein einjähriges Baby im Auto zurückgelassen. Mutter und Vater amüsierten sich derweil an einem Konzert. Der Polizei gelang es nach einer Meldung nur mit Mühe, die beiden zu erreichen und das Kind zu befreien.

Der Vorfall hat für die Eltern ein Nachspiel: Nebst einer Anzeige wegen Verletzung der Elternpflicht schreibt die Stadtpolizei Winterthur einen Bericht an die zuständige Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), wie Sprecher Peter Gull zu 20 Minuten sagt.

Jede Gefährdungsmeldung wird abgeklärt

Die Polizei entscheidet jeweils selber, ob sie der Kesb eine Gefährdungsmeldung einreicht, wie Katharina Rüegg, Sprecherin der Kesb Winterthur-Andelfingen, sagt: «Massgebend dabei ist nicht eine Strafanzeige, sondern die ernsthafte Möglichkeit, dass das Wohl des Kindes beeinträchtigt ist.»

Man sei verpflichtet, jede Gefährdungsmeldung abzuklären. «Ein Gespräch mit den Eltern findet eigentlich immer statt», sagt Rüegg. Manchmal brauche es keine Massnahmen, manchmal würden die Eltern beraten sowie unterstützt und manchmal seien gar weitere Kindesschutzmassnahmen notwendig.

Eltern setzen eigene Bedürfnisse ins Zentrum

Zum konkreten Fall kann Rüegg sich nicht äussern, weil die Familie ihren Wohnsitz nicht im Kanton Zürich hat und daher eine andere Kesb dafür zuständig ist. Und auch, weil die die Behörde der Schweigepflicht untersteht und grundsätzlich nie Auskünfte über Einzelfälle geben darf.

Laut Peter Sumpf vom Elternnotruf handeln Mütter und Väter, die ein Baby allein im Auto zurücklassen, egoistisch: «Sie stellen die eigenen Bedürfnisse über jene des Kindes», sagte er zu Tele Züri.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.