Kriminalgericht Luzern – Baby gebissen und geschlagen: Schweizer zu Freiheitsstrafe verurteilt
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Kriminalgericht LuzernBaby gebissen und geschlagen: Schweizer zu Freiheitsstrafe verurteilt

Er soll sein Baby geschlagen, gebissen und in eine Schublade gesteckt haben. Das Kriminalgericht Luzern hat einen 30-Jährigen nun zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. 

von
Michelle Muff
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Am Montag verkündete das Kriminalgericht Luzern das Urteilsdispositiv eines Mannes, der beschuldigt wird, seine Tochter misshandelt zu haben.

Am Montag verkündete das Kriminalgericht Luzern das Urteilsdispositiv eines Mannes, der beschuldigt wird, seine Tochter misshandelt zu haben.

20min/Taddeo Cerletti
Der Mann soll wegen versuchter schwerer Körperverletzung vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Der Mann soll wegen versuchter schwerer Körperverletzung vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

20min/Simon Glauser
Auch die Mutter des Kindes wurde verurteilt: Wegen fahrlässiger Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht erhält sie eine bedingte Freiheitsstrafe von 70 Tagessätzen à 30 Franken.

Auch die Mutter des Kindes wurde verurteilt: Wegen fahrlässiger Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht erhält sie eine bedingte Freiheitsstrafe von 70 Tagessätzen à 30 Franken.

20 Minuten/Gianni Walther

Darum gehts

  • Ein Schweizer soll sein Baby mehrfach geschlagen, gebissen und in eine Schublade gesteckt haben.

  • Das Kriminalgericht Luzern verurteilt den 30-Jährigen nun zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

  • Auch die Mutter des Kindes wird zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt. 

Wenn seine Tochter schrie, soll er sie in eine Schublade gesteckt haben: Ein 30-jähriger Schweizer musste sich vor dem Kriminalgericht Luzern wegen mehrfach versuchter schwerer Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seine fünf Monate alte Tochter geschüttelt, geschlagen und ins Gesicht gebissen zu haben. Weiter soll er dem Kind mehrfach für mehrere Minuten die Luftzufuhr unterbunden haben, indem er es in eine Schublade gelegt und diese zugestossen habe. Auch habe er die Mutter des Babys geschlagen, hält das Gericht fest. Der Mann gestand zudem, eine ihm unbekannte Person bei einer Diskussion auf offener Strasse mit einem Tischbein verprügelt zu haben.

Am Montag wurde nun das Urteilsdispositiv verkündet: Der 30-Jährige wird zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Auch die Mutter des Kindes wird vom Gericht verurteilt: Wegen fahrlässiger Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht erhält sie eine bedingte Freiheitsstrafe von 70 Tagessätzen à 30 Franken. Sie hätte sich für den Schutz ihrer Tochter einsetzen müssen, so das Urteil. Die Eltern müssen dem Kind zudem 4000 Franken Genugtuung bezahlen.

Kinder sind bei Pflegefamilie untergebracht

Die Frau und der Mann leben weiterhin als Paar zusammen. Allerdings wurden ihnen die gemeinsamen drei Kinder entzogen und bei einer Pflegefamilie untergebracht. Der beschuldigte Mann hat zwei Partnerinnen gleichzeitig: Mit seiner Ehefrau sowie mit einer Geliebten, der Mutter des misshandelten Kindes, hat er je drei Kinder. Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, verbringt er die Hälfte des Jahres mit seiner Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern in der Schweiz, die andere bei seiner Geliebten in Spanien. 

Die Polizei wurde über die Misshandlung von der Mutter des Kindes informiert. Diese verliess eines Nachts die gemeinsame Wohnung und meldete sich bei der Polizei. Nachdem sie ausgesagt hatte, dass sie und das Kind von dem Beschuldigten misshandelt wurden, änderte sie ihre Aussagen jedoch noch mehrfach und zog die Anschuldigungen zurück. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Durch eine Berufung können sie ans Kantonsgericht weitergezogen werden. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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