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Happy End in SalzburgBaby im Einkaufszentrum entführt

Das ist der Alptraum einer jeden Mutter: Ein drei Monate altes Baby wurde aus einem Kaufhaus in Salzburg entführt. Nach fünf bangen Stunden kam das Happy End.

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Dank diesem Bild und den Hinweisen von Verwandten und Bekannten, konnte die Entführerin rasch ermittelt werden. (Bild: REUTERS/Polizei)

Dank diesem Bild und den Hinweisen von Verwandten und Bekannten, konnte die Entführerin rasch ermittelt werden. (Bild: REUTERS/Polizei)

Es waren fünf lange Stunden des Bangens: Am Mittwochvormittag wurde die drei Monate alte Nora aus dem Salzburger Einkaufszentrum Europark entführt, als sie ihre 34-jährige Mutter für einige Minuten unbeaufsichtigt im Kinderwagen liess. Zuvor war die Frau von einer Unbekannten angesprochen worden, während sie sich in einem Modegeschäft umsah.

«Die Frau redete davon, dass sie selber erst vor Kurzem entbunden habe», erklärte später der Sprecher der Landeskriminalamt in Salzburg, Josef Holzberger. Als die Mutter in eine Umkleidekabine ging, liess sie ihr Baby im Tragekorb vor der Kabine stehen. Diesen Moment nutzte die Entführerin, um den Säugling an sich zu nehmen. Die verzweifelte Mutter schlug sofort Alarm, das Einkaufszentrum wurde abgeriegelt.

«Wo um Himmels willen haben Sie das Kind gelassen?»

Der Fall konnte zum Glück rasch gelöst werden. Und zwar dank den Bildern der Überwachungskamera, die das Landeskriminalamt veröffentlichte. Verwandte und Bekannte, welche die Frau in den Aufnahmen wieder erkannten, gaben konkrete Hinweise auf das Fluchtfahrzeug. So konnte die Polizei gezielt nach dem Auto der Tirolerin fahnden – auch in den Nachbarländern.

Am frühen Nachmittag fanden bayrische Beamte die Frau vor einem Supermarkt in Unterwössen bei Traunstein. Das Baby hatte sie nicht bei sich. Wie die österreichische «Kronenzeitung» berichtet, habe der deutsche Polizist sofort nach der kleinen Nora gefragt: «Wo um Himmels willen haben Sie das Kind gelassen?». Die Entführerin soll nach kurzem Zögern zugegeben haben: «Ich habe das kleine Mädchen auf dem Parkplatz eines Supermarktes ganz in der Nähe ausgesetzt.»

Fünf Minuten später entdeckten die Polizisten den Babykorb mit dem Baby vor dem genannten Geschäft. «Es ist wohlauf», erklärte am Abend der Polizeisprecher. Am Nachmittag konnte die Mutter ihr Kind in die Arme schliessen. Die festgenommene Entführerin wurde verhört. Über das Motiv konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Ob eine familiäre Tragödie dahinterstehe, könne man nur vermuten, so Holzberger weiter. Die Aussage der Frau, sie habe vor vier Wochen selbst ein Kind geboren, müsse ebenso noch überprüft werden wie die Äusserungen von Zeugen, dass sie im Bekanntenkreis die Geburt eines Kindes angekündigt habe, aber nie mit einem Baby gesehen worden sei. Daher wird vermutet, dass die Verdächtige aus einem unerfüllten Kinderwunsch heraus gehandelt hat.

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