Baby-Medikament massiv teurer – wegen Behörden
Aktualisiert

Baby-Medikament massiv teurer – wegen Behörden

Ein Medizinalgas, das kranken Babys das Leben retten kann,
ist auf einen Schlag rund 50-mal teurer geworden – mit dem Segen der Schweizer Behörden.

Seit Jahren retten Ärzte kranken Neugeborenen mit Stickoxid das Leben. «Wir verwenden dieses Gas hauptsächlich bei Neugeborenen mit Atemversagen», sagte Jürg Hammer, Leiter Intensivmedizin des Basler Kinderspitals, gestern im «Kassensturz». Beschafften sich die Spitäler das Gas bisher günstig auf dem freien Markt, so dürfen sie ab sofort nur noch das patentierte INOmax anwenden. Grund: Dieses Produkt ist seit Anfang Juli das einzige Stickoxid, das die Arzneimittelbehörde Swissmedic zulässt.

Jetzt hat sich aber die deutsche Herstellerfirma die exklusive Anwendung des lebensrettenden Gases gesichert und nutzt diese Tatsache aus. Sie verlangt ungefähr 50-mal mehr für das simple Gas. Kostete die drei- bis viertägige Behandlung eines Kindes bisher 300 bis 400 Franken, so sind jetzt gemäss Kinderarzt Hammer mit Kosten von bis zu 20000 Franken zu rechnen.

Diese Preistreiberei hat jetzt Preisüberwacher Rudolf Strahm auf den Plan gerufen. Er wird den Fall untersuchen.

Deine Meinung