29.03.2020 09:05

«Das ist ein Weckruf»

Baby stirbt in den USA an Folgen von Coronavirus

Im US-Bundesstaat Illinois ist ein Baby durch Covid-19 gestorben. Jetzt wird untersucht, ob das Kind, das jünger als ein Jahr war, andere gesundheitliche Probleme hatte.

von
rab
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In den USA sind bislang mehr als 2000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

In den USA sind bislang mehr als 2000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

AP/Kathy Willens
Ein Grossteil der Toten entfällt auf den Bundesstaat New York, in dem sich das Coronavirus in den vergangenen Tagen besonders schnell ausgebreitet hat. Gouverneur Andrew Cuomo hatte die Zahl der Toten dort am Samstag mit mehr als 700 angegeben.

Ein Grossteil der Toten entfällt auf den Bundesstaat New York, in dem sich das Coronavirus in den vergangenen Tagen besonders schnell ausgebreitet hat. Gouverneur Andrew Cuomo hatte die Zahl der Toten dort am Samstag mit mehr als 700 angegeben.

AP/Kathy Willens
Die USA sind weltweit das Land mit den meisten nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – derzeit beläuft sich die Zahl auf mehr als 121'100.

Die USA sind weltweit das Land mit den meisten nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – derzeit beläuft sich die Zahl auf mehr als 121'100.

epa/Justin Lane

In den USA sind bislang mehr als 2000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging am Samstagabend (Ortszeit) aus einer Auflistung der renommierten Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor.

Zur gleichen Zeit gab das Gesundheitsamt Illinois den ersten bekannten Säuglingstod durch Covid-19 im Bundesstaat bekannt.

Laut dem Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, ist eine Untersuchung im Gange, um die Todesursache zu ermitteln und um festzustellen, ob das Kind, das jünger als ein Jahr war, andere gesundheitliche Probleme hatte. Dies schreibt der «Guardian».

Man müsse jetzt alles tun, um die Verbreitung dieses tödlichen Virus' zu verhindern. Wenn nicht für sich selbst, dann für die Menschen um einen herum, liess Dr. Ngozi Ezike, Direktorin des Gesundheitsministeriums von Illinois, verlauten. «Wenn Sie bis jetzt nicht achtsam waren, ist das vielleicht Ihr Weckruf», so Pritzker.

WHO-Generalsekretär warnte

Laut aktuellem Stand ist die durch das Coronavirus verursachte Lungenkrankheit bei Kindern eher selten, sie haben bislang nur einen kleinen Teil der weltweit registrierten Coronavirus-Fälle ausgemacht.

Trotzdem sind auch die Jüngsten keineswegs sicher vor schweren Infektionsverläufen, wie WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus vor einigen Tagen warnte. Eine aktuelle, im Fachjournal Pediatrics veröffentlichte Untersuchung an mehr als 2000 chinesischen Kindern zeigt, dass auch den Jüngsten die Infektion gefährlich werden kann.

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, bleiben die schweren Verläufe aber Einzelfälle, die meisten infizierten Kinder hätten ausgesprochen milde Beschwerden, wie Zahlen aus China belegen würden. Nur zwei von 1000 Kindern, die sich dort nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt hatten, sollen schwer erkrankte sein. «Wir haben noch nicht verstanden, weshalb der Verlauf bei älteren Infizierten schwerer ist, Kinder aber in den meisten Fällen kaum Symptome zeigen», sagt Ulrike Protzer, die in München zu Viren forscht, gegenüber der Zeitung.

Deshalb haben Kinder nur selten schwere Verläufe

Die Wissenschaftler haben jedoch bereits einige Theorien: «Gefährlich wird der Erreger für den Menschen vor allem durch seine Neuartigkeit», so Virologe John Ziebuhr. Für den menschlichen Körper sei Sars-CoV-2 ein grosser Unbekannter ohne Wiedererkennungswert. Zu deutlich unterscheide sich das Virus von bereits bekannten Erregern.

Auf Erstkontakt mit neuen Keimen sei der kindliche Körper deutlich besser eingestellt, da er sich in den ersten Lebensjahren ständig mit neuen Keimen auseinandersetze. Ziebuhr: «Das Immunsystem reagiert bei Kindern deshalb sehr angemessen und ausbalanciert: Schnell und effektiv, aber nicht überschiessend.»

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