Baby stirbt in Uniklinik wegen vertauschter Medikamente
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Baby stirbt in Uniklinik wegen vertauschter Medikamente

Weil eine Krankenschwester Infusionsflaschen verwechselte, ist ein fünf Monate altes Baby in der Hamburger Universitätsklinik gestorben.

Der Junge erlitt einen Herzstillstand, wie das Krankenhaus am Dienstag mitteilte. Der Vorfall ereignete sich bereits am 9. August, jedoch wurde mit der Bekanntgabe bis nach der Beerdigung des Opfers gewartet.

Der Junge war wegen eines angeborenen Herzfehlers mit Hilfe eines Herzkatheters untersucht worden und lag auf der Intensivstation. Statt einer Infusion mit stärkender Glucose (Traubenzucker) erhielt das Kind eine Kaliumlösung, die zum Tod führte. Die Klinik schaltete die Staatsanwaltschaft ein.

«Das ist ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen», sagte Jörg Debatin, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Klinik. Nach Angaben des Krankenhauses sehen sich die Flaschen der beiden Medikamente sehr ähnlich. Als erste Reaktion zog die Klinik deshalb alle Flaschen mit dem Kaliumpräparat aus dem Verkehr und ersetzte sie durch kleinere Ampullen. Der Chefapotheker der Klinik, Michael Baehr, kündigte zudem an, dass er sich beim Hersteller der Medikamente für ein Verbot der Verpackung von Kaliumchlorid in Infusionsflaschen einsetzen werde.

Dass Medikamente vertauscht würden, sei ein globales Problem, erklärte Debatin. Erst kürzlich sei in einer britischen Fachzeitschrift veröffentlicht worden, dass weltweit über 250 Menschen wegen Verwechslungen von Medikamenten gestorben seien. Leider fehlten «überzeugende Abwehrstrategien». Nichtsdestoweniger werde die Klinik alles daran setzen, nach den Ursachen dieser Fehler zu forschen. (dapd)

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