Kolumbien: Baby zwei Tage nach Erdrutsch lebend geborgen
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KolumbienBaby zwei Tage nach Erdrutsch lebend geborgen

Eine Schlammlawine riss in Kolumbien Dutzende Menschen in den Tod. Ein Baby konnte nach zwei Tagen lebend geborgen werden – weit von seinem Zuhause entfernt.

von
mlr
Der kleine Joseph Diaz hat einen verheerenden Erdrutsch überlebt.

Der kleine Joseph Diaz hat einen verheerenden Erdrutsch überlebt.

Für die Menschen im Nordwesten Kolumbiens ist es ein Wunder: Zwei Tage nach dem schweren Erdrutsch in dem Gebirgsort Salgar haben Retter ein elf Monate altes Kleinkind lebend geborgen – fast zwei Kilometer von seinem Zuhause entfernt.

Erdmassen rissen das Haus in der Nacht zum Montag mit sich, als eine Schlammlawine durch Salgar rauschte. Bergungskräfte fanden den kleinen Joseph Diaz in den Überresten seiner Wiege, wie «El Universo» und andere spanischsprachige Medien berichten.

Gepolsterte Wiege war seine Rettung

Der Bub sei bewusstlos gewesen und habe seine Augen nicht öffnen können, berichtete einer der behandelnden Ärzte im Spital von Medellín. Das Kleinkind litt an Unterkühlung, wies ansonsten aber nur eine gebrochene Rippe und einige Abschürfungen auf. Die gepolsterte Wiege hat Joseph offenbar geschützt.

Einen grossen Teil der Familie des Babys hat der Erdrutsch allerdings ausgelöscht. Zwölf Angehörige, darunter die Mutter von Joseph, starben bei der Naturkatastrophe. Vier weitere Verwandte werden vermisst. Nun soll sich der Grossvater um den Buben kümmern, denn sein Vater starb bereits im vergangenen Jahr.

Polizei rettet Hund aus den Fluten

Insgesamt kamen mehr als 60 Menschen bei dem Erdrutsch ums Leben, einige Quellen berichten sogar von 78 Toten. Zwischen 50 und 80 Personen werden noch vermisst.

Glück im Unglück hatte ein Hund: Er geriet in Salgar in einen zu einem reissenden Strom angeschwollenen Fluss, konnte jedoch von zwei Polizisten gerettet werden, wie das Video unten zeigt.

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