Aktualisiert 02.11.2011 23:59

Laut und lärmend

Babys brüllen ähnlich wie Löwen

Wenn Babys Aufmerksamkeit oder Raubkatzen den Anspruch in ihrem Revier geltend machen wollen, geht das Gebrüll und Geschrei los. Und das tönt ziemlich ähnlich – wenn auch in einer etwas anderen Stimmlage.

Ähnlicher als man denkt: schreiendes Baby, brüllender Löwe.

Ähnlicher als man denkt: schreiendes Baby, brüllender Löwe.

Tiger und Löwen brüllen ähnlich, wie Babys schreien. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher im Fachmagazin «PloS ONE» nach einer Analyse der Geräusche und der Vorgänge im Kehlkopf.

«In mancher Hinsicht sind Löwen eine grosse Kopie eines schreienden Babys, laut und lärmend, jedoch mit einer sehr tiefen Stimme», wird Stimmforscher Ingo Titze von der Universität Utah in einer Mitteilung seiner Hochschule zitiert.

Gemeinsam mit Sarah Klemuk von der Universität Iowa hatte Titze analysiert, wie das Gebrüll der Grosskatzen und das Geschrei der Kleinkinder entstehen. Die Stimmfalten seien jeweils sehr beweglich und gelartig, vibrierten unregelmässig und erzeugten so ein kratziges Schreien.

Nur die Frequenz unterscheide sich deutlich – und damit die Stimmlage. Einen Unterschied gibt es allerdings auch beim Grund fürs Krakeelen: Während Babys mit lautem Weinen vor allem Aufmerksamkeit oder Hilfe einfordern, nutzen die Tiere ihre Stimmkraft, um Revieransprüche zu verdeutlichen.

Der Vorteil der viereckigen Stimmfalten

Ihr tiefes und lautes Gebrüll verdankten die Raubkatzen vor allem der Form ihrer Stimmfalten – sie seien anders als bei den meisten Tieren nicht drei- sondern viereckig. Dadurch reagierten sie sensibler auf den durchziehenden Luftstrom aus der Lunge, so die Forscher.

Zuvor war angenommen worden, in den Stimmfalten eingelagertes Fett verhelfe den Tieren zu ihrer majestätischen Ausdrucksweise. (sda)

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