Eigenen Sohn misshandelt: Babyschüttler muss 40 Monate hinter Gitter
Aktualisiert

Eigenen Sohn misshandeltBabyschüttler muss 40 Monate hinter Gitter

Ein 25-jähriger Vater aus Zürich hat seinen schreienden Sohn brutal durchgeschüttelt. Der Säugling erlitt massive Kopfverletzungen. Nun muss er ins Gefängnis.

von
Attila Szenogrady
Der Fall liegt beim Bezirksgericht Zürich.

Der Fall liegt beim Bezirksgericht Zürich.

Es war im März 2014, als ein junges Elternpaar aus Zürich im Zürcher Kinderspital erschien und ihren erst mehrwöchigen Sohn mit massiven Kopfverletzungen in die Klinik einlieferte. Dabei gab die Mutter an, dass das Kind beim Säugen aus Versehen auf den Boden gefallen sein. Eine Lüge, wie sich ein wenig später bei der Polizei herausstellte.

So hatte in Wahrheit der völlig überforderte Vater das schreiende Kleinkind aus dem Bett gehoben und mehrfach massiv durchgeschüttelt. Wobei der Geschädigte erheblich verletzt wurde. Der wegen Raubes vorbestrafte Italo-Schweizer wurde kurz danach festgenommen und sitzt seither im Gefängnis.

«Ich habe die Nerven verloren»

Vor dem Bezirksgericht Zürich gab der heute 25-jährige Beschuldigte am Dienstag zu, dass er sein Kind mehrfach geschüttelt hatte. Allerdings habe er sein Kind auf keinen Fall verletzen wollen. Er habe an jenem Abend die Nerven verloren. Allerdings ging die Anklage auch davon aus, dass der überforderte Vater den Säugling bereits seit der Geburt immer wieder geschlagen hatte.

Dies bestätigte auch die Mutter des Kindes, die als Zeugin vor die Schranken trat. Sie habe den vorbestraften Räuber geliebt, aber auch Angst vor ihm gehabt, erklärte sie. Er habe ihr Kind mehrfach durchgeschüttelt, gab sie zu Protokoll.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der arbeitslose Koch auch seine Partnerin immer wieder attackiert. So soll er der schwangeren Mutter unter anderem in den Bauch getreten haben. Zum Glück ohne schwerwiegende Folgen. Das Paar hatte sich immer wieder gestritten und lebt seit den Vorfällen getrennt.

16 Monate Freiheitsstrafe

Das Gericht kam nun zu einem differenzierten Urteil. So verurteilte es den Beschuldigten einerseits wegen versuchter schwerer sowie einfacher Körperverletzung zu Lasten des Kindes. Mit dem Schütteln und Schlagen habe der Beschuldigte eine schwere Körperverletzung seines Sohnes in Kauf genommen, befanden die Richter.

Im Gegensatz zur Staatsanwältin, die eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert hatte, setzte das Gericht eine unbedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten fest. Einerseits hielt es dem Beschuldigten eine leicht verminderte Schuldfähigkeit zur Tatzeit und eine Spontanhandlung zugute. Andererseits sprach es ihn von den Vorwürfen der Körperverletzung, der Nötigung sowie der Tätlichkeiten zu Lasten seiner Ex-Freundin umfassend frei. So hatte sich die heute 21-jährige Geschädigte bei ihren Aussagen in zum Teil krasse Widersprüche verwickelt.

Von einem milden Urteil kann aber keine Rede sein. So widerriefen die Richter zwei ehemals bedingte Vorstrafen von dreizehn und elf Monaten. Was bedeutet, dass der Stadtzürcher insgesamt 40 Monate im Gefängnis verbüssen muss. Abzüglich von 365 Tagen Haft, die er bereits abgesessen hat. Während des Strafvollzugs ordnete das Gericht eine ambulante Psychotherapie an. Mit dem Ziel, die Impulse des Beschuldigten zu dämpfen.

Deine Meinung