Nach Fischsterben letzte Woche - Bach in Derendingen SO schon wieder mit Betonwasser verdreckt
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Nach Fischsterben letzte WocheBach in Derendingen SO schon wieder mit Betonwasser verdreckt

Letzte Woche kams in Derendingen zum Fischsterben, weil Betonwasser in den Schluchtbach geflossen war. Nun ist das Gewässer schon wieder verfärbt.

Der Schluchtbach präsentierte sich am Mittwochmorgen milchig-weiss.

Video: News-Scout

Darum gehts

  • Weil letzte Woche in Derendingen SO Betonwasser einer Baustelle in den Schluchtbach geflossen war, verendeten unzählige Fische.

  • Am Mittwoch nun ist erneut alkalisches Baustellen-Abwasser in den Bach getreten.

  • Laut einem Fischexperten wird es Jahre dauern, bis der vormalige Fischbestand wieder erreicht ist.

Erst am letzten Freitag kam es in Derendingen SO zum grossen Fischsterben: Betonwasser von einer Grossbaustelle war in den örtlichen Schluchtbach gelangt. Rund 1000 Fische sind erstickt.

Am Mittwochmorgen nun präsentierte sich der Bach erneut milchig-weiss, wie Aufnahmen einer Leserin zeigen. «Da ist ganz sicher wieder Zement reingeflossen», ist die Frau überzeugt. Sie könne nicht verstehen, dass sich der Vorfall nur wenige Tage später wiederhole – und sorge sich um die Tiere: «Neben den Fischen gibt es hier auch einen Biber und Katzen, die sich am Wasser vergiften können.»

Ramon Schneider, stellvertretender Leiter des Schadendienstes des Kantons Solothurn, bestätigt den Verdacht der Leserin, wonach es sich erneut um Betonwasser der Baustelle handelt. Das Problem sei ein Defekt bei der Entwässerungsanlage, die das Abwasser neutralisieren sollte, das anschliessend in den Schluchtbach geleitet wird. «In der Folge ist alkalisches Baustellen-Abwasser in den Bach getreten», erklärt der Chemiker.

«Offensichtlich nicht sauber gearbeitet»

Für Fische und Kleinstlebewesen, die einen PH-Wert von 7 gewohnt sind, bedeutet der schlagartige Wechsel hin zu stark alkalischem Wasser den sicheren Tod: Es verätzt die Kiemen und lässt sie qualvoll ersticken. Dass nun zweimal innert kurzer Zeit der Bach von derselben Baustelle verschmutzt wurde, stimmt auch Schneider nachdenklich: «Da wurde offensichtlich nicht sauber gearbeitet und die Entwässerungsanlage nicht ausreichend kontrolliert.» Diese sei vorerst ausser Betrieb genommen worden, so der wissenschaftliche Mitarbeiter. Das Trinkwasser sei von der Verschmutzung nicht betroffen.

Ein neuerliches Fischsterben dürfte es nach dem neusten Vorfall nicht gegeben haben: Bereits am letzten Wochenende hatte es bis auf über einen Kilometer unterhalb der Baustelle keine lebenden Fische mehr im Wasser, wie Gabriel van der Veer vom kantonalen Amt für Wald, Jagd und Fischerei gegenüber dem SRF Regionaljournal sagte. Der Bach müsse vermutlich aufgepickelt werden, da sich eine dicke Betonschicht auf dem Boden gebildet habe. Laut dem Fischexperten wird es mehrere Jahre dauern, bis wieder gleich viele Fische im Schluchtbach schwimmen wie vor der Verschmutzung.

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Etliche Fische sind verendet, …

Etliche Fische sind verendet, …

Kapo Solothurn
…weil Betonwasser von einer Baustelle…

…weil Betonwasser von einer Baustelle…

Kapo Solothurn
…in den Bach gelangte.

…in den Bach gelangte.

Kapo Solothurn

Fischsterben wegen Gülle

Auch im Kanton Bern kam es zu einer Gewässerverschmutzung: Am Montagvormittag ist Gülle in den Wissibach bei Heimenschwand (Gemeinde Buchholterberg) geflossen. In der Folge verendeten zahlreiche Fische, wie die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilte. Abklärungen haben ergeben, dass die grosse Düngermenge aus einer Pumpleitung stammt. Von dort gelangte sie über verschiedene Abwasserkanäle in den Bach, wodurch dieser auf einer Länge von mehreren hundert Metern stark verunreinigt wurde. Es wurden rund sieben Kilogramm tote Bachforellen von sieben bis 50 Zentimetern Länge geborgen. Der mutmassliche Verursacher wird zur Anzeige gebracht.

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(sul)

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