05.01.2018 04:55

Sursee LU

«Bachelorette»-Toby liebt jetzt Briefmarken

Tobias Schwarzentruber (33) war 2017 Kandidat bei «Bachelorette» und wurde für seine Leidenschaft Philatelie belächelt. Mittlerweile wird er mit Briefmarken reich.

von
Jacqueline Straub

Bereits im Kindergarten sammelte Tobias Schwarzentruber Briefmarken. Als er älter wurde, kauft er im Internet günstig Briefmarken ein, um seine Sammlung zu vergrössern. Wenn er Geld brauchte, verkaufte er die überzähligen Stücke weiter. Als 14-Jjähriger gab er im Monat bis 200 Franken aus. Daraus resultierte ein Mehrfaches an Gewinn.

Vom Lehrer zum Dealer

«Eigentlich wollte ich Profi-Fussballer werden. Aber irgendwie habe ich auch schon immer davon geträumt, meine Liebe zur Philatelie nicht nur als Hobby zu betreiben.» Zusammen mit seinem Freund Philipp Wyss machte sich Schwarzentruber mit seinen Briefmarken selbstständig und eröffneten vor genau einem Jahr den Briefmarkenladen Luzernerraute/Schwarzentruber Briefmarken in Sursee. Dort verkaufen sie vor Ort und vor allem über das Internet auf Ricardo.ch ihre Briefmarken.

Jahresumsatz von einer Million

Als Schwarzentruber im vergangenen Jahr bei «Bachelorette» auf 3+ als Kandidat dabei war, wurde er von vielen für seine Leidenschaft Philatelie belächelt. «Doch es hat sich ausgezahlt. Es war ein riesiger Werbeeffekt für meinen Laden – auch wenn es für mich persönlich vielleicht nicht die beste Erfahrung war.» Schon heute macht der aus Romoos stammende Schwarzentruber einen Jahresumsatz von einer Million Franken. Er hat ein Händchen als Briefmarkendealer: «Erst gestern habe ich bei Ebay für 60 Euro eine Briefmarke gekauft, diese sollte sich gut für das 30-Fache verkaufen lassen.»

Jede Briefmarke erzählt ihre eigene Geschichte

Das Sammeln von Briefmarken sei eine gute Möglichkeit, «einfach mal abzuschalten. Es ist ein Potenzial für Menschen, die ein cooles Hobby suchen, denn es hat viel mit Historie, Finanzen und Geografie zu tun», so der 33-Jährige. Jede Briefmarke erzähle ihre eigene Geschichte. Es gebe durchaus noch viele Leute, die sich für Briefmarken interessieren, so Schwarzentruber. Er habe Kunden vom Lehrling bis zum CEO.

Fälschungen helfen

In der «Luzernerraute» hat Schwarzentruber Millionen von Briefmarken. Unter den vielen Marken im Laden in Sursee gibt es einige, die sehr viel wert sind. Welches Schwarzentrubers teuerste Briefmarke ist, verrät er nicht. Er hat auch ein Buch voller Fälschungen. «Je mehr Fälschungen man hat, desto mehr Know-how hat man, um Originale zu erkennen.» Die Fälschungen haben nicht unbedingt einen materiellen Wert, sondern helfen dem Sammler, sich weiterzuentwickeln.

In der Bildstrecke finden Sie zahlreiche Exemplare:

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Toby Schwarzentruber besitzt Millionen von Briefmarken.

Toby Schwarzentruber besitzt Millionen von Briefmarken.

jas
Die bekannten Baslertauben aus dem Jahr 1847. Wert nach Katalog zwischen 20'000 und 23'000 Franken.

Die bekannten Baslertauben aus dem Jahr 1847. Wert nach Katalog zwischen 20'000 und 23'000 Franken.

jas
Die eisklare Raute von Entlebuch ist Schwarzentrubers Liebhaberstück. Diese hat einen Marktwert von 5000 Franken.

Die eisklare Raute von Entlebuch ist Schwarzentrubers Liebhaberstück. Diese hat einen Marktwert von 5000 Franken.

jas

Finanziell für immer ausgesorgt

Würde er all seine Briefmarken verkaufen, hätte er für sein Leben ausgesorgt, schrieb die Luzerner Zeitung über ihn. «Das werde ich aber nicht machen, ich bin nicht nur ein Dealer, sondern ein faszinierter Sammler.» Kommt dazu: Die Preise für Marken seien derzeit in einer Talsohle. «In 10, 15 Jahren kann man solche Raritäten zu einem x-fach höheren Preis verkaufen. Das ist viel attraktiver als Börsengeschäfte», sagt Schwarzentruber. Seine liebsten Briefmarken werde er aber nie verkaufen.

Briefmarken statt Frauen

Wenn er wollte, könnte er sich in zwei Jahren pensionieren lassen, sagt der 33-Jährige. Das wird er aber kaum machen. Denn: «Briefmarken sind mein Leben. Sie sind meine Passion und ich lebe jeden Tag meinen Traum.» Und dafür arbeitet er oftmals bis um 22 Uhr. Da bleibt nicht viel Zeit für anderes. Ausser: «Wenn die richtige Frau kommt, habe ich natürlich Zeit.»

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