Aktualisiert 12.02.2015 08:09

Brot-Boutique

Backkönig Fredy wagt das Comeback

Fredy Hiestand brachte der Schweiz einst die Aufback-Gipfeli. Jetzt möchte er eine Bäckerei-Kette gründen. Die erste Filiale eröffnet im März.

von
K. Wolfensberger
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Frische Gipfeli der Firma Hiestand. Sie werden in der Schweiz an unterschiedlichsten Tankstellen verkauft.

Frische Gipfeli der Firma Hiestand. Sie werden in der Schweiz an unterschiedlichsten Tankstellen verkauft.

Keystone/Steffen Schmidt
Und nachher genüsslich zum Frühsstück verzehrt.

Und nachher genüsslich zum Frühsstück verzehrt.

Keystone/Martin Ruetschi
Produziert werden Sie in grossen Fabriken.

Produziert werden Sie in grossen Fabriken.

Keystone/Gaetan Bally

Er ist der Erfinder der Industrie-Gipfeli und der Aufback-Brötli, wie sie an Tankstellen und Kiosken zu Tausenden verkauft werden. Die Rede ist von Fredy Hiestand, dem Gründer der gleichnamigen Grossbäckerei-Firmengruppe. Aus seinem ehemaligen Unternehmen zog er sich zwar bereits 2003 zurück. Doch der Altmeister kann es nicht lassen. Sein neuster Coup: Unter dem Namen Fredy's Brot Boutique gründet er eine Bäckerei-Kette.

Startschuss für das neue Projekt ist der 2. März 2015. Dann eröffnet in Schlieren die erste Filiale. Als Geschäftsführer eingestellt wurde Getränkeunternehmer Parut Tubello, Mitgründer der Bio-Eistee-Marke Phil's. «Unser Ziel ist, in der ganzen Schweiz Filialen zu eröffnen. Wir schauen uns bereits nach weiteren Standorten um», so Tubello.

Deutsche Konkurrenz hat es schwer

Ebenfalls vorstellen könne man sich, die neue Back-Kette im Franchising-System zu betreiben. Dabei arbeiten die Betreiber einer Filiale selbstständig und auf eigene Rechnung, aber mit klaren Vorgaben bezüglich des Erscheinungsbildes des Geschäfts und der Produkteauswahl. Bekannt ist das System von Gastro-Ketten wie Starbucks, McDonald's oder Burger King.

Fredy's Brot Boutique wäre allerdings die erste Bäckerei, die mit Franchising in der Schweiz Erfolg hat. Schweizer kaufen ihr Brot nach wie vor meist beim lokalen Bäcker oder im Detailhandel. Hiestand wagt somit den Angriff auf den klassischen Schweizer Beck von der Ecke. Anders ist die Situation in Deutschland. Dort gibt es mit Back-Factory und Backwerk grosse Franchising- Ketten. Ein Versuch von Backwerk, in die Schweiz zu expandieren, verläuft allerdings harzig. Nach drei Jahren gibt es erst in Winterthur und Schaffhausen eine Filiale, eine weitere in Zürich wurde schon wieder geschlossen.

Jahrzehntelange Erfahrung

Gelingt Fredy Hiestand jetzt, was das Backwerk nicht geschafft hat? Helfen könnte ihm, dass er nebst den neuen Brot-Boutique-Geschäften seit 2003 eine Backfabrik mit ungefähr 110 Angestellten und einem Jahresumsatz von 24 Millionen Franken betreibt. Mit den Broten und Fertigbackwaren beliefert er die gehobene Gastronomie – ein Geschäft, mit dem er jahrzehntelange Erfahrung hat.

Denn einst lancierte Hiestand mit der 1967 gegründeten, gleichnamigen Firma das Geschäft mit Fertigbackwaren in der Schweiz. Das Unternehmen trägt zwar nach wie vor seinen Namen, gehört aber inzwischen zur Aryzta AG, einem Konzern mit 8000 Mitarbeitern, davon 3200 in der Schweiz, und einem Umsatz von 3,8 Milliarden Franken. Hiestand selbst hatte sich 2003 zurückgezogen, als das Unternehmen an die Börse ging.

Qualität statt Discounter

Brot-Boutique-Geschäftsführer Tubello erklärt ausserdem, dass es einen weiteren, wichtigen Unterschied zum Backwerk gebe. Im Gegensatz zum deutschen Konkurrenten werde man sich nicht als Backdiscounter positionieren, sondern als Qualitätsbäcker. Dies entspreche mehr dem Schweizer Kundengeschmack.

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