Familiensache: Backup & Speaker
Aktualisiert

FamiliensacheBackup & Speaker

Jonathan Schächter wollte schon mit vier Moderator werden. Zum Glück fand das sein Vater auch eine gute Idee.

von
David Torcasso
«Kaum konnte Jontsch sprechen, hat er alle interviewt»: Danny und Jontsch Schächter. (Foto: Gina Folly)

«Kaum konnte Jontsch sprechen, hat er alle interviewt»: Danny und Jontsch Schächter. (Foto: Gina Folly)

Danny, 54, FCZ

«Kaum konnte Jontsch seine ersten Wörter sprechen, ist er mit einem Tonbandgerät herumgelaufen, hat Bekannte und Freunde interviewt oder Elton John gesungen und allen seine Tapes angedreht. Ich habe ihn gefördert – weil ich spürte, dass das Moderieren nicht nur eine Leidenschaft ist, sondern seine Lebensaufgabe. Ist ja klar – ich bin ja schliesslich auch ein Riesenschnörri. Jontsch kann mich manchmal mit seiner fahrlässigen Nonchalance zur Weissglut treiben – früher liess er immer die Kühlschranktür offen stehen, oder einmal hat er sogar versehentlich ein 50er-Nötli ins Alt­papier geworfen. Wenn er als Teenager zu seinen Fussballmatches ging, diskutierten wir danach stundenlang über Taktik und Passfehler. Das Thema Fussball ist etwas Heiliges unter Männern. Deshalb kann ich es erst recht nicht verstehen, dass er Grasshoppers-Fan ist. Ich habe seit vielen Jahren eine Saisonkarte für den FC Zürich.»

Jontsch, 28, GC

«Als ich meinem Vater mit vier sagte, ich möchte irgendwann so ein Männchen sein, das aus dem Radio spricht, hat er an mich geglaubt. Und er hat mir später zum Glück auch keine Banklehre aufgedonnert, sondern Equipment fürs Moderieren bezahlt. Auch heute bespreche ich deshalb Entscheidungen im Job als Erstes mit meinem Vater. Nur einmal hat er mich nicht unterstützt: Mit 15 wollte ich unbedingt ein Handy. Mein Vater sagte nur: ‹Kein Mensch in der Stadt hat ein Handy – zudem bist du noch Schüler.› Ich habe mir dann einfach mit einem Sponsoringvertrag für meine damalige Sendung selbst eins organisiert. Früher war mein Vater oft geschäftlich im Ausland. Am Wochenende, wenn er zuhause war, durften wir dafür länger aufbleiben und Computer spielen. Ich war ein Lauszapfen, und mein Vater musste oft beim Lehrer antraben. Ich weiss genau, wann er wütend wird: Dann heben sich seine Augenbrauen, und er schaut mich schräg an.»

Geschäftig, geschäftig!

Der Zürcher Jonathan Schächter, besser bekannt als Jontsch von Radio Energy Zürich, wusste schon früh, dass er mal Moderator wird. Am 4. März führt er auf Pro7 durch die Swiss Music Awards. Jontschs Vater Danny arbeitete viele Jahre als Rohstoffhändler. Heute ist er selbständiger Kaufmann. Obwohl er früher viel geschäftlich unterwegs war, verbrachte die 6-köpfige Familie – Jontsch hat drei Brüder – die Wochenenden meist zusammen. Das Passfoto entstand 1988.

Swiss Music Awards, Fr 4. März, 20.15 Uhr, Pro7 Schweiz

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