Zürcher Filiale: Backwerk-Betreiber ist pleite
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Zürcher FilialeBackwerk-Betreiber ist pleite

Der Billigbäcker Backwerk kommt in der Schweiz nicht voran. Sein Name taucht dieser Tage in den Konkursmeldungen auf. Beim Schweizer Ableger heisst es, die Expansion gehe weiter.

von
Sandro Spaeth
Die Discountbäckerei und ihre grossen Pläne für die Schweiz. 20 bis 25 Filialen sollten es laut Backwerk-Chef Dirk Schneider bis 2014 werden.

Die Discountbäckerei und ihre grossen Pläne für die Schweiz. 20 bis 25 Filialen sollten es laut Backwerk-Chef Dirk Schneider bis 2014 werden.

Selbstbedienungsbäckerei – in Deutschland funktioniert das Konzept ausgezeichnet: Semmeln, Schnittbrötchen und Streuselschnecke rund 40 Prozent günstiger als beim normalen Bäcker. Die Kette Backwerk betreibt in Deutschland rund 270 Standorte, in Österreich 18.

Grosse Pläne hatte Backwerk-Chef Dirk Schneider auch für die Schweiz: 20 bis 25 Geschäfte sollten es hierzulande bis 2014 werden. Doch davon ist man meilenweit entfernt. Es gibt lediglich eine offene Filiale – und dieser Tage taucht der Name Backwerk in den Konkursmeldungen auf: Es betrifft die Firma 7 Best AG in Zürich. Die Gesellschaft bezweckt laut eigenen Angaben «den Aufbau und Betrieb von Filialen des Franchise-Systems Backwerk in der Schweiz».

«Dieser Konkurs hat nichts mit Backwerk Schweiz zu tun», erklärt Sprecher Daniel Leuenberger auf Anfrage. Es gehe um einen rechtlich selbstständigen Unternehmer, der auf eigene Rechnung gewirtschaftet habe. Dieser Franchisenehmer hat den Namen der Bäckereikette laut Leuenberger ohne Erlaubnis in die Geschäftszweckbeschreibung seiner Firma einfliessen lassen.

Betreiber hinter Gittern

Die Schliessung der Filiale erfolgte bereits im Sommer, weil der mittlerweile Konkurs gegangene Betreiber in Auslieferungshaft genommen wurde. Laut gut informierten Kreisen soll der Deutsche bei den Löhnen seiner Angestellten Ausstände haben. Offene Rechnungen der 7 Best AG hat auch die Franchisegeberin Backwerk Schweiz AG mit Sitz in Freienbach. In welcher Höhe behält man für sich.

Mit dem Scheitern der Filiale am Zürcher Stadelhofen will Backwerk die grossen Schweizer Pläne aber nicht begraben. Die Filiale in Schaffhausen floriere und auch in Zürich sei das Geschäft gut gelaufen. «Unsere Expansion geht weiter», sagt Leuenberger. Man werde im nächsten Jahr mindestens einen neuen Standort eröffnen.

Ziele zur weiteren Expansion nennt er keine. Das Problem ist laut dem Backwerk-Sprecher, die richtigen Flächen an gut frequentierten Lagen zu finden. Wo genau die neuen Billigbäckereien ihre Tore öffnen sollen, will man nicht verraten.

Aufgabe am Zürcher Stadelhofen

Die seit Juni geschlossene Filiale am gut frequentierten Bahnhof Zürich Stadelhofen hat Backwerk Schweiz nicht wieder zum Leben erweckt und den Mietvertrag gekündigt – auch wegen der Assoziation des Standorts mit der kürzlich Pleite gegangenen 7 Best AG. «Wir haben uns aufgrund der komplexen rechtlichen Situation mit dem deutschen Franchisenehmer dazu entschlossen, auf eine Weiterführung dieser Filiale zu verzichten», sagt Leuenberger.

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