05.09.2018 11:26

Take-away von ValoraBackwerk will das Image des Billig-Becks loswerden

In Winterthur geht am Mittwoch das Backwerk-Geschäft wieder auf. Besitzer Valora hat vor allem am Sortiment und Ambiente geschraubt.

von
R. Knecht

Michel Gruber, Managing Director Food Service Schweiz bei Valora, erklärt, wie es der deutschen Marke gelingen soll, in der Schweiz Fuss zu fassen. (Video: rkn)

Grösseres Sortiment, einladendes Ambiente und eine offene Küche: So sieht das am Mittwoch wiedereröffnete Backwerk in Winterthur aus. Michel Gruber, Managing Director Food Service Schweiz bei Valora stellte den Laden vor. Sehen Sie Eindrücke aus der Filiale im Video oben.

Die ursprünglich deutsche Convenience-Marke gehört seit einem Jahr der Schweizer Kiosk-Betreiberin Valora. Laut Manager Gruber will die Firma in den nächsten Jahren 20 bis 30 Standorte mit dem neuen Konzept eröffnen. Valora agiert dabei als Franchisegeber und gibt den Betreibern der Läden etwa Teile des Sortiments und Maximalpreise vor. Dadurch kann es aber sein, dass es regional Preisunterschiede gibt.

Völlig veraltet

Das Geschäft in Winterthur gibt es schon seit 2010. Das Konzept des Ladens sei aber völlig veraltet gewesen, sagt Gruber von Valora zu 20 Minuten. Mit dem Redesign will die Firma die Marke Backwerk sozusagen zum zweiten Mal in der Schweiz lancieren.

Diesmal soll Backwerk aber keine Billigbäckerei mehr sein. Gerade in Deutschland ist der Händler als Discounter bekannt. Zwar sei das Verhältnis zwischen Preis und Leistung gut, die Qualität der Produkte müsse aber schon stimmen, sagt Gruber zu 20 Minuten.

90 Prozent der Produkte sind neu

Der Umbau kommt darum inbesondere dem Sortiment zugute: Mehr als 90 Prozent der Produkte seien entweder komplett neu oder zumindest überarbeitet worden. Es gehe darum, frischere und gesündere Snacks für zwischendurch anzubieten, sagt Gruber. So hat die Backwerk-Filiale längst nicht nur Brötchen und Kaffee, sondern auch eine Auswahl von Wraps, Salaten und Pizzen im Sortiment. Und in einer neuen Smoothie-Ecke bekommen Kunden nun Säfte.

Es sei richtig, das Sortiment auszuweiten und die Qualität zu erhöhen, denn darauf komme es mehr an als auf den Preis, sagt Tilman Slembeck, Wirtschaftsprofessor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Am allerwichtigsten ist für den Experten aber der Standort. «Gerade Pendler wollen für Take-away nicht den Bahnhof verlassen müssen», so der Experte. Die Filiale in Winterthur steht allerdings ausserhalb des Bahnhofs. Laut Gruber von Valora ist es aber denkbar, künftig Teile des Backwerk-Sortiments etwa auch in den Avec-Läden anzubieten.

Wie im McDonald's

Der Gast soll zudem einen Einblick in die Herstellung der Produkte bekommen. Hinter der Theke sieht man darum direkt in die Küche – wie im McDonald's oder Burger King.

Die Produkte werden nicht nur vor Ort verarbeitet, sondern Valora setzt zudem vor allem auf Schweizer Produkte. So stammen Fleisch, Milch und Brot allesamt aus der Schweiz, verspricht das Unternehmen. Auch der Kaffee werde in der Schweiz geröstet.

Kunden sollen verweilen

Valora hofft, dass das Redesign die Kunden zum Verweilen einlädt. Darum sei das Ambiente des Ladens in hellen Farben gehalten. Dazu kommen Sitzgelegenheiten und kleine Tische.

Die Valora-Tochter betreibt in der Schweiz ausser der Filiale in Winterthur noch eine in Schaffhausen. Vor 5 Jahren musste zudem das Geschäft am Bahnhof Stadelhofen schliessen. Bereits damals hiess es aber seitens Backwerk, man wolle trotzdem in der Schweiz weiter expandieren.

Diesen Plan verfolgt auch Valora weiterhin: Es seien zusätzliche Backwerk-Filialen in der Schweiz geplant – der Umbau des Winterthurer Ladens sei nur der Anfang. Wann und wo neue Geschäfte eröffnet werden könnten, verrät das Unternehmen aber noch nicht.

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