14.07.2020 15:29

Pratteln BL«Badehose im Auto vergessen, musste nochmal vollen Eintritt zahlen»

Mehrere Gäste der Pratteler Badi machen ihrem Frust auf Facebook Luft: Sie mussten den vollen Eintritt bezahlen, nachdem sie die Badi kurzzeitig verlassen hatten. Anderswo ist man in solchen Fällen kulanter.

von
Lukas Hausendorf
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Im Pratteler Gartenbad Sandgruben nimmt man es mit dem Eintritt sehr genau.

Im Pratteler Gartenbad Sandgruben nimmt man es mit dem Eintritt sehr genau.

Gemeinde Pratteln
Auf Facebook berichteten mehrere Gäste, dass sie ein zweites Mal voll zur Kasse gebeten wurden, nachdem sie das Bad kurz verlassen mussten, etwa um etwas aus dem Auto zu holen.

Auf Facebook berichteten mehrere Gäste, dass sie ein zweites Mal voll zur Kasse gebeten wurden, nachdem sie das Bad kurz verlassen mussten, etwa um etwas aus dem Auto zu holen.

Facebook
Das Kassenpersonal habe keine Verhandlungsbereitschaft gezeigt. Die restriktive Handhabe sorgt bei den Badegästen für Empörung.

Das Kassenpersonal habe keine Verhandlungsbereitschaft gezeigt. Die restriktive Handhabe sorgt bei den Badegästen für Empörung.

Facebook

Darum gehts

  • Badegäste wurden erneut zur Kasse gebeten, auch wenn sie nur etwas im Auto holen gingen.
  • In den Basler Gartenbädern werden Wiedereintrittsthematik mit «gesundem Menschenverstand und Kulanz» gehandhabt. Üblicherweise werde ein Pfand bei der Kasse hinterlegt.
  • Nach Reklamationen überdenkt die Gemeinde Pratteln nun die strenge Handhabung.

«Abzocke, Sauerei», auf Facebook wird mit Vorwürfen nicht gegeizt. Auf der Seite «Du bisch vo Prattele wenn…» reklamieren mehrere User über fehlende Kundenfreundlichkeit beim Gartenbad der Gemeinde. Er habe rasch zum Auto müssen und musste nochmal den vollen Eintritt bezahlen, berichtet ein User. 5.50 Franken. Dabei habe er es an der Kassen anmelden wollen, dass er nur kurz zu seinem Wagen geht. «Sie wollten nicht diskutieren», berichtet er.

Es ist kein Einzelfall. Mehrere Pratteler berichten in den Kommentaren des Posts, dass ihnen das gleiche wiederfahren sei. «Ich hatte meine Badehose im Auto vergessen und musste nochmal bezahlen», berichtet eine Frau. «Das ist beschämend.» Beim Eingang zum Gartenbad in der Sandgrube ist denn auch ein Hinweis angebracht: «Nach verlassen des Bades und eventuellem Wiedereintritt ins Bad, muss der Eintritt nochmals bezahlt werden.»

Beschwerden der betroffenen Besucher haben inzwischen auch die Verwaltung erreicht, wie diese auf Anfrage mitteilte. «Die vorjährigen Erfahrungen, bei welchen wiederholt ein Missbrauch beim Thema Wiedereintritt festzustellen war, haben dazumal zum Entscheid geführt, dass ein einmaliger Eintritt effektiv nur zu einem Eintritt berechtigt», heisst es in der offiziellen Stellungnahme.

Kulanz setzt sich durch – auch in Pratteln

Eine so rigide Praxis ist die Ausnahme, wie Anfragen bei anderen Gartenbädern zeigen. «Grundsätzlich müsste man in solchen Fällen erneut einen Eintritt lösen», sagt Peter Portmann, Leiter Gartenbäder beim Basler Sportamt und damit Herr über drei Badis. Im Einzelfall komme aber «gesunder Menschenverstand und Kulanz» zur Anwendung. «Wenn man die Badi kurz verlassen muss, kann man mit dem Kassenpersonal reden und ein Pfand hinterlegen», so Portmann.

Inzwischen haben die Reklamationen der Badegäste in Pratteln zu einem Umdenken geführt. «Eine Anpassung der Regel unter dem Aspekt einer kundenfreundlichen, dienstleistungsorientierten Praxis mit Augenmass wird mit dem Badepersonal in diesen Tagen umgesetzt werden», teilt die Gemeinde mit.

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108 Kommentare
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Barista

15.07.2020, 18:47

Echt jetzt? Sogar im FKK-Club kann ich raus und am gleichen Tag wieder rein, ohne den Eintritt nochmals zu bezahlen.

Rudolf

15.07.2020, 07:57

Das ist nicht schön ,da mir solche sachen auch schon Passiert ist.Ich würde eine Marke dafür machen jeden Tag eine andere Farbe und das nach Alter vertrauen mal gesagt machen. Es ist auch eine Anstandssache.

flippi

15.07.2020, 07:57

Im Lido Luzern kann ich hinaus,muss mich bei der Kasse melden, bekomme ein Papier und kann ohne bezahlen wieder hinein. Wenn es wenige Menschen hat, sogar ohne jeglichen Ausweis.