Hüttwilersee TG: Bademeister kämpft gegen Blaualgen

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Hüttwilersee TGBademeister kämpft gegen Blaualgen

Obwohl der Hüttwilersee eine gute Wasserqualität hat, treibt ein Algenfilm am Ufer des Strandbads. Während sich die Betreiber ärgern, baden zahlreiche Besucher trotzdem im Wasser.

von
jeh
Ein bräunlicher Algenfilm schwimmt momentan am Ufer des Strandbads Hüttwilersee.

Ein bräunlicher Algenfilm schwimmt momentan am Ufer des Strandbads Hüttwilersee.

Am Ufer des Strandbads Hüttwilersee treibt zurzeit ein bräunlicher Film auf dem Wasser. Es sind abgestorbene Lyngbya- Blaualgen, die durch den Westwind an das Ufer getrieben werden. Der Bademeister-Vertreter Hans Rupp bezeichnet diesen Film als «Pelz» und er stört sich daran. Es sei nicht schön anzusehen und schlimmer: es bildet sich ein bestialischer Gestank. «Das passiert, wenn wir den Pelz nicht wegbringen und er sich bis zu 40 Zentimeter hoch auftürmt», so Rupp.

Bisher hat der Rentner versucht, die Algenschicht abzupumpen. Allerdings ohne Erfolg. Wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt, will Rupp nun den wattigen Pelz mit einem am Boot befestigten Balken aus der Badi in Richtung Abfluss schleppen. Sollte dies nicht gelingen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Algen zu ertragen.

Keine Gefahr für Gesundheit

Bislang sehen die Experten der Abteilung Gewässerqualität vom Amt für Umwelt des Kanton Thurgaus keine Möglichkeiten, diese Algenblüte aktiv einzudämmen. Wie Heinz Ehmann, Leiter des Amtes für Wasserqualität, gegenüber 20 Minuten sagt, werden die Algen im Laufe der Zeit verschwinden. «Eigentlich kommen solche Algen nur in Gewässern mit schlechter Wasserqualität vor.» Das Gewässer im Hüttwilersee ist aber sauber: «Die mikrobiologischen Untersuchungen des Badewassers durch das kantonale Labor attestieren dem Hüttwilersee eine ausgezeichnete Badewasserqualität», informiert das Amt für Umwelt auf einer Tafel, die seit wenigen Tagen in der Badi steht.

«Allerdings findet momentan ein Wandel im Gewässer statt. So werden zum Beispiel Nährstoffe freigesetzt. Diese bieten ideale Voraussetzungen für Algenbildung», erklärt Ehmann.

Trotz Algen gibt es viele Besucher

Eine gesundheitliche Gefahr ist der Algenpelz aber nicht. Wie Ehmann sagt, können die Algen Gift absondern. Allerdings sei diese toxikologische Konzentration viel zu gering, um gesundheitliche Schäden auszulösen. «Wer ganz sicher gehen möchte, kann sich nach dem Schwimmen abduschen», so Ehmann. «Das Amt für Wasserqualität führt zusätzlich ständig Tests durch, um die Qualität des Wassers zu prüfen.» Eine zweite Tafel weist die Besucher auf diese Arbeiten hin und versichert, dass es keine bedenklichen Toxikalgehalte gibt.

Ein Blick auf die Wiesen des Strandbads zeigt, dass zahlreiche Badegäste vor Ort sind , die sich an den Algen nicht stören. Ein Vater ist sogar mit seinem Sohn extra mit dem Velo zum Hüttwilersee gefahren, um dort zu baden.

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