Landtagswahlen in Deutschland: Grüne gewinnen in Baden-Württemberg, SPD in Rheinland-Pfalz
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Landtagswahlen in DeutschlandGrüne gewinnen in Baden-Württemberg, SPD in Rheinland-Pfalz

Deutschland startet am Sonntag mit den Landtagswahlen in zwei Bundeländern in das Wahljahr. Gemäss ersten Berechnungen gehören die Grünen und die SPD zu den Siegern. Die CDU sackt ab.

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Die Grünen haben die Wahl in Baden-Württemberg gewonnen.

Die Grünen haben die Wahl in Baden-Württemberg gewonnen.

Sebastian Gollnow/dpa
Deutschland startet ins Wahljahr 2021: Wahlplakate im Bundesland Baden-Württemberg.

Deutschland startet ins Wahljahr 2021: Wahlplakate im Bundesland Baden-Württemberg.

Sebastian Gollnow/dpa
In Baden-Württemberg gelten die Grünen als favorisiert. Im Bild: Thomas Strobl (CDU, r), Vize-Ministerpräsident und CDU-Landeschef, und seine Frau Christine geben in einem Wahllokal ihre Stimmen ab. 

In Baden-Württemberg gelten die Grünen als favorisiert. Im Bild: Thomas Strobl (CDU, r), Vize-Ministerpräsident und CDU-Landeschef, und seine Frau Christine geben in einem Wahllokal ihre Stimmen ab.

Andreas Veigel/dpa

Darum gehts

  • Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gelten in Deutschland als wichtiger Stimmungstest für die nationalen Wahlen im Herbst.

  • In Baden-Württemberg gewannen die Grünen, in Rheinland-Pfalz räumte die SPD.

  • Die CDU verlor in beiden Bundesländern deutlich.

Die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben bei zwei Landtagswahlen in Deutschland am Sonntag heftige Verluste erlitten. Sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz erzielten sie ihre bisher schlechtesten Ergebnisse.

Nach den Berechnungen der Fernsehsender ARD und ZDF kamen die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg auf 31 bis 31,5 Prozent (2016: 20,3 Prozent). Die mitregierende CDU sackte auf 23 Prozent ab (2016: 27,0 Prozent).

Koalition noch offen

Die in der grossen Koalition in Berlin mitregierende SPD kam auf nur noch 10,5 bis 12 Prozent (2016: 12,7 Prozent). Die FDP (Liberale) verbesserte sich auf 11 bis 11,5 Prozent (2016: 8,3 Prozent). Die rechtspopulistische AfD büsste deutlich Stimmen ein und landete bei 11,5 bis 12,5 Prozent (2016: 15,1 Prozent)

Nach den Prognosen kämen die Grünen im Stuttgarter Landtag auf 51 Sitze, die CDU auf 37, die SPD auf 19, die FDP und die AfD auf je 18 Sitze. Kretschmann könnte mit der CDU weiterregieren oder eine «Ampel»-Koalition mit SPD und FDP bilden.

SPD gewinnt in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz holte die SPD von Ministerpräsidentin Malu Dreyer 33,5 bis 34,5 Prozent (2016: 36,2 Prozent) und ist dort nun etwa doppelt so stark wie auf Bundesebene. Die CDU mit Herausforderer Christian Baldauf kam auf nur 25,5 bis 26 Prozent (2016: 31,8 Prozent).

Die Grünen kommen auf 8,5 bis 9,5 Prozent (2016: 5,3 Prozent), die AfD auf 10,5 Prozent (2016: 12,6 Prozent) und die FDP auf 6,5 Prozent (2016: 6,2 Prozent). Dreyer regiert seit 2016 in einer «Ampel»-Koalition mit FDP und Grünen, die sie nach diesen Prognosen fortsetzen könnte.

Das wären nach den Prognosen 38 Sitze für die SPD, 29 für die CDU, 12 für die AfD, 9 für die Grünen und 7 für die FDP.

«Kein schöner Abend für CDU»

Die Wahlbeteiligung sank bei den ersten Landtagswahlen seit Beginn der Corona-Pandemie. Sie lag in Baden-Württemberg bei 62,5 Prozent (2016: 70,4 Prozent) und in Rheinland-Pfalz bei 64 Prozent (2106: 70,4 Prozent.)

«Für die CDU ist das kein schöner Abend, aber das war vorhersehbar», sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) in einer ersten Reaktion. Positiv sei, dass die «extremen Parteien» nicht gewonnen, sondern eher abgenommen hätten.

Es waren die ersten Landtagswahlen in Deutschland seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr. Anfang Juni wird in Sachsen-Anhalt ein neues Regionalparlament gewählt, am 26. September dann in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Sie finden zeitgleich mit der Bundestagswahl statt.

Merkel zieht sich nach 16 Jahren zurück

Merkel, die seit November 2005 regiert, will sich nach vier Amtszeiten aus der aktiven Politik zurückziehen. Über die Kanzlerkandidatur wollen die Christdemokraten nach Ostern (4. April) und bis spätestens Pfingsten (23. Mai) entscheiden.

In nationalen Umfragen sind die CDU und ihre bayerische Schwesterpartei CSU nach wie vor die mit Abstand stärkste Kraft. Sie haben aber in Umfragen zuletzt Punkte eingebüsst. Grund könnte die wachsende Unzufriedenheit der Deutschen mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung und dem langsamen Impffortschritt sein.

(her, DPA)

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