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«Mindestens einmal pro Woche»Badeverbot in der Limmat soll gelockert werden

Nur zwei Mal im Jahr darf man sich in der Limmat durch die Stadt treiben lassen. GLP-Politiker fordern, dass das Badeverbot gelockert wird.

von
tam
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Einmal im Jahr gilt das Badeverbot auf der Limmat zwischen Bürkliplatz und Lettenkanal nicht: beim Limmat-Schwimmen.

Einmal im Jahr gilt das Badeverbot auf der Limmat zwischen Bürkliplatz und Lettenkanal nicht: beim Limmat-Schwimmen.

Keystone/Ennio Leanza
GLP-Politiker Daniel Häuptli möchte dieses Verbot lockern. Er fordert, dass es mindestens einmal in der Woche möglich sein soll, sich in der Limmat treiben zu lassen.

GLP-Politiker Daniel Häuptli möchte dieses Verbot lockern. Er fordert, dass es mindestens einmal in der Woche möglich sein soll, sich in der Limmat treiben zu lassen.

Keystone/Ennio Leanza
Das Badeverbot gilt unter anderem, weil Schiffe auf der Limmat verkehren. Der Betrieb der Schifffahrt müsste bei einer Lockerung eingeschränkt werden.

Das Badeverbot gilt unter anderem, weil Schiffe auf der Limmat verkehren. Der Betrieb der Schifffahrt müsste bei einer Lockerung eingeschränkt werden.

Keystone/Gaetan Bally

Nach der Seeüberquerung ist vor dem Limmatschwimmen: Neben dem Chlausschwimmen im Dezember bietet dieses die einzige Möglichkeit, zwischen Bürkliplatz und Lettenkanal zu baden. Sonst ist dieser Bereich der Limmat tabu für Schwimmer. Zu gross ist das Risiko, dass es im engen Kanal zu Badeunfällen mit den beiden Kursschiffen Felix und Regula kommt.

Wer trotz des Badeverbots in der Limmat schwimmt, wird mit einer Busse von 80 Franken bestraft. Reizvoll wäre die knapp zwei Kilometer lange Strecke schon, denn vom Wasser aus bietet sich eine ganz andere Sicht auf die Zürcher Altstadt. Für die beiden Zürcher GLP-Politiker Daniel Häuptli und Guido Hüni ist deshalb klar: Das Badeverbot muss gelockert werden.

«Mindestens einmal pro Woche»

Mit je einem Vorstoss im Gemeinde- und im Kantonsrat wollen sie das Badeverbot lockern. «In Anlehnung an das Monday-Night-Skate könnte die Limmat ab der Quaibrücke für einen Monday-Afterwork-Swim freigegeben werden», sagt Häuptli. Einen ähnlichen Vorstoss haben bereits 2009 die Grünen im Gemeinderat Zürich eingereicht. Da der Kanton für die Schifffahrt zuständig ist, wurde das Anliegen damals abgelehnt.

Die Lockerung würde eine attraktive Bademöglichkeit schaffen. «Das macht die Stadt attraktiver und entspricht einem grossen Bedürfnis der Bevölkerung nach Bademöglichkeiten», so Häuptli. Je häufiger man in der Limmat schwimmen könne, desto besser. «Mindestens an einem Wochentag sollte es aber möglich sein, ab 17 Uhr in der Limmat zu baden.»

«Schiffsverkehr ist eine Gefahr»

Dafür müsse allenfalls auch der Schiffsverkehr eingeschränkt werden, denn ein paralleler Betrieb sei zu gefährlich. Andere Bedenken bezüglich der Sicherheit hat Häuptli nicht: «In Bern und Basel ist das Schwimmen auf langen Abschnitten erlaubt. Die Sicherheit wird dort durch Baderegeln und Informationen gewährleistet.» Geeignete Stellen für den Ausstieg müssten in Zürich allerdings noch installiert werden.

Bei den Zürcher Rettungsschwimmern findet die Idee grundsätzlich Anklang. «Es ist eine schöne Vorstellung, durch die Stadt schwimmen zu können», sagt Präsident Urs Nussbaumer. Dennoch möchte er das Verbot nicht lockern. Gefahren würden das Wehr beim Letten, die Brückenpfeiler und die Limmatschifffahrt bieten.

«Betrunkene könnten in die Limmat steigen»

Bei normalem Pegelstand sei die Strömung für geübte Schwimmer unproblematisch. «Aber wenn das Baden nicht mehr verboten ist, ist es durchaus denkbar, dass Betrunkene in der Nacht in die Limmat steigen. Dann wird es gefährlich.» Zudem würden vermutlich auch andere Wassersportler wie etwa Kanufahrer Bedarf anmelden, sich auf der Limmat zu bewegen. «Schnell wäre die Limmat dann voll mit Leuten.»

Bei der Zürcher Schifffahrtsgesellschaft stösst der Vorschlag auf Kritik. Die Schifffahrt auf der Limmat sei ein Touristenmagnet. «Bis 20 Uhr verzeichnen wir eine Auslastung von 100 Prozent, zwischen 20 und 22 Uhr sind es 50 Prozent», sagt Sprecherin Wiebke Sander. Da der Fahrplan immer gleich und somit leicht einzuprägen sei, könnte eine tageweise Einschränkung missverstanden werden.

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