Hallau/Neunkirch SH: Badi-Einbrecher stellen sich nach Internet-Pranger
Aktualisiert

Hallau/Neunkirch SHBadi-Einbrecher stellen sich nach Internet-Pranger

Die beiden jungen Männer, die im Juli in den Badi-Kiosk von Hallau SH eingebrochen sind, haben sich gestellt. Die Polizei hatte Fotos der beiden ins Internet gestellt.

von
rom
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Mit diesen Fotos einer Überwachungskamera setzte die Schaffhauser Polizei im November/Dezember 2014 erstmals auf die dreistufige Internetfahndung - mit Erfolg.

Mit diesen Fotos einer Überwachungskamera setzte die Schaffhauser Polizei im November/Dezember 2014 erstmals auf die dreistufige Internetfahndung - mit Erfolg.

Schaffhauser Polizei
Die beiden Täter - ein 18- und ein 19-jähriger Schweizer - stellten sich am 22. Dezember der Polizei und sind geständig. Sie meldeten sich allerdings erst, nachdem die Polizei die unverpixelten Fotos veröffentlicht hatte.

Die beiden Täter - ein 18- und ein 19-jähriger Schweizer - stellten sich am 22. Dezember der Polizei und sind geständig. Sie meldeten sich allerdings erst, nachdem die Polizei die unverpixelten Fotos veröffentlicht hatte.

Schaffhauser Polizei
Die beiden sind in der Nacht auf den 5. Juli in den Badi-Kiosk des Schwimmbades von Hallau SH eingebrochen und haben daraus Zigaretten, Energydrinks und Eintrittskarten entwendet.

Die beiden sind in der Nacht auf den 5. Juli in den Badi-Kiosk des Schwimmbades von Hallau SH eingebrochen und haben daraus Zigaretten, Energydrinks und Eintrittskarten entwendet.

Badi Hallau

Auf dem Posten Neunkirch der Schaffhauser Polizei haben sich am Montag ein 18- und ein 19-jähriger Mann gemeldet und gestanden, in der Nacht auf den Samstag, 5. Juli, in den Kiosk des Freibads von Hallau SH eingebrochen zu sein. Die beiden Schweizer hatten Zigaretten, Energydrinks und Eintrittskarten im Wert von mehreren hundert Franken entwendet.

Ob die Männer für weitere Delikte in Frage kommen, wird derzeit abgeklärt, wie die Schaffhauser Polizei am Dienstag mitgeteilt hat. Die Ermittlungen werden durch die Staatsanwaltschaft und die Polizei geführt.

Erstmals auf Internet-Fahndung gesetzt

Die Schaffhauser Polizei setzte bei diesem Fall erstmals auf die dreistufige Internetfahndung. Am 19. November hatte sie angekündigt, die Fotos der Überwachungskamera verpixelt ins Internet zu stellen, sofern sich die mutmasslichen Täter nicht innert einer Woche stellten würden.

Als dies nicht geschah, stellte sie die Bilder zuerst verpixelt ins Netz. Weil sich auch da niemand meldete, folgten am 12. Dezember schliesslich die unverpixelten Fotos. Das hat nun offensichtlich gewirkt. Polizeisprecher Patrick Caprez sagte damals, die Fahndung auf diese Art sei verhältnismässig und gesetzlich möglich: «Es geht um Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Diebstahl.»

«Höchst problematisch»

Als «höchst problematisch» bezeichnete hingegen der auf IT- und Medienrecht spezialisierte Rechtsanwalt Martin Steiger das Ganze: «Selbst wenn die Polizei die Fotos wieder aus dem Netz nehmen würde, blieben sie auf ewig drin – weil sie durch die Medien oder etwa auch via Facebook verbreitet werden.» Personen blieben somit auch bei einem Freispruch oder einem Fehler am Pranger.

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