Frauenfeld: Badi lässt Gäste trotz Feuerverbot grillieren
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FrauenfeldBadi lässt Gäste trotz Feuerverbot grillieren

Die Ostschweiz leidet unter Trockenheit. Überall herrscht ein absolutes Feuerverbot. Nicht so in der Frauenfelder Badi: Hier bekam man sogar Grillholz.

von
juu
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Tomy Mayo war gerade in der Frauenfelder Badi, als er einen anderen Gast mit einem grossen Kübel Holz über die Wiese gehen sah. «Kurz darauf wurde da auch schon Grilliert», sagt er zu 20 Minuten.

Tomy Mayo war gerade in der Frauenfelder Badi, als er einen anderen Gast mit einem grossen Kübel Holz über die Wiese gehen sah. «Kurz darauf wurde da auch schon Grilliert», sagt er zu 20 Minuten.

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Vor Ort erkundigte er sich dann, warum hier denn kein Feuerverbot herrsche: «Man sagte mir, dass man von dem Verbot nichts wisse. Die Badi wäre davon befreit, weil sie städtisch ist.»

Vor Ort erkundigte er sich dann, warum hier denn kein Feuerverbot herrsche: «Man sagte mir, dass man von dem Verbot nichts wisse. Die Badi wäre davon befreit, weil sie städtisch ist.»

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«Das Feuerverbot ist ja nicht ohne Grund da. So ein Brand ist schnell ausgelöst», sagt Mayo. Umso weniger verstehe er daher die Reaktionen der Angestellten: «Da war von Einsicht keine Spur»

«Das Feuerverbot ist ja nicht ohne Grund da. So ein Brand ist schnell ausgelöst», sagt Mayo. Umso weniger verstehe er daher die Reaktionen der Angestellten: «Da war von Einsicht keine Spur»

«Ich war gerade am Baden, als ich einen Badegast bemerkte, der mit einem grossen Kübel voller Holz in Richtung Wiese lief. Wenig später wurde da auch schon grilliert», sagt Thomas K.* (Fakebook-Pseudonym Tomy Majo) am Montag zu 20 Minuten. Dass die Lage derzeit angespannt und nicht zum Feuer machen geeignet sei, müsse doch eigentlich jeder wissen, so der Frauenfelder.

Bedenklich findet K. noch etwas anderes: «Die Leute haben das Holz nicht selbst mitgebracht, sondern beim Badangestellten geholt», sagt K. Daraufhin habe er versucht, mit einem der Angestellten zu reden, um ihn auf die Lage aufmerksam zu machen. «Das hat aber nichts genützt», so der 34-Jährige. Der Angestellte habe so getan, als wüsste er nichts von einem Feuerverbot. Auch Warnschilder waren laut K. nirgends zu finden.

«Von Einsicht keine Spur»

Noch am Sonntag machte er seinem Unmut auf Facebook Luft. Und eine weitere Frauenfelder Badi-Besucherin doppelte nach: «Mir wurde gesagt, dass man ausnahmsweise ein Feuer machen dürfte. Es könne ja nichts passieren, da hier ja überall Wasser wäre», schildert sie ihre Unterhaltung mit einem Bademeister. Falls es ihr nicht passe, solle sie einfach die Polizei rufen.

Polizei musste eingreifen

Wie Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau bestätigt, gingen am Sonntag zwei Meldungen wegen der Badi-Brätler ein: «Eine Patrouille ist dann ausgerückt, aber die Gäste waren bereits verschwunden und das Feuer war aus.» Vor Ort habe man auch mit den Angestellten gesprochen, die vermutlich davon ausgegangen seien, dass das Feuerverbot durch den kurzen Regen der letzten Tage aufgehoben wäre, so Graf.

Fabrizio Hugentobler, Leiter der Sportanlagen Frauenfeld, versichert gegenüber 20 Minuten, dass es sich um einen Einzelfall handelt: «Dass am letzten Sonntag trotz Feuerverbot von einem Teilzeitangestellten des Freibades Feuerholz herausgegeben und durch Gäste ein offenes Feuer entzündet worden ist, bedauern wir ausserordentlich. Wir entschuldigen uns für dieses Versehen und die dadurch entstandene Verunsicherung.» So lange das Verbot bestehen bleibt, werde im Freibad kein weiteres Feuer entfacht.

Feuerverbot immer noch aktuell

Die Kantonspolizei Thurgau erinnert noch einmal daran, dass das Feuerverbot sowohl auf privatem als auch auf öffentlichem Grund bis zum offiziellen Widerruf gültig ist. «Im Kanton Thurgau kam es am vergangenen Wochenende zu einem Dutzend Verstössen. Insgesamt acht Personen mussten verzeigt werden», so Polizeisprecher Graf. Auch wenn es regnen sollte, könnten Verstösse weiterhin geahndet werden. Graf: «Es ist immer noch äusserst gefährlich.»

Auch in den Kantonen Appenzell Innerrhoden/Ausserrhoden und St.Gallen bleibt das Feuerverbot aktuell bestehen.

* Name der Redaktion bekannt

Absolutes Feuerverbot

Ein absolutes Feuerverbot bedeutet, dass es strafbar ist im Freien Feuer zu entfachen (unabhängig ob auf Privatgrund oder öffentlichem Grund), brennende Streichhölzer und Zigaretten wegzuwerfen oder Feuerwerkskörper abzubrennen.

Dieses gilt bis auf Widerruf.

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