Kinderschutz: Badis warnen vor fotografierenden Pädos
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KinderschutzBadis warnen vor fotografierenden Pädos

Das warme Sommerwetter lockt auch Pädophile in die Badis: Bademeister achten penibel darauf, dass Kinder bekleidet sind.

von
mme
Lido-Chef Marcel Wiesler vor dem Kinderbecken im Strandbad Lido in Luzern.

Lido-Chef Marcel Wiesler vor dem Kinderbecken im Strandbad Lido in Luzern.

Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, viel Sonnenschein – es ist ­perfektes Badiwetter. Das lockt auch Pädophile an: «Wir hatten einen Fall, bei dem ein Mann mit einem Teleobjektiv ins Areal fotografierte. Leider konnten wir ihn nicht mehr ­erwischen, aber wir nehmen an, dass er es es auf Kinder ab­gesehen hatte», sagt Marcel Wiesler, Geschäftsführer im Luzerner Lido.

Die Bademeister tun alles, um die Kinder vor solchen Grüsel-Fotografen zu schützen: «Viele Kinder entledigen sich ihrer Badekleider. Wir weisen ihre Eltern dann darauf hin, dass dies nicht geht, weil die Gefahr unerlaubten Fotografierens besteht», sagt Wiesler.

Eltern werden aktiv informiert

In den Badis herrscht zwar Fotografieverbot, das sei aber nur schwer durchzusetzen. «Wir gehen aber mit offenen Augen durchs Lido. Verdächtige Personen würden uns schnell auffallen.» Ein Problem sei, dass Bademeister nicht berechtigt sind, Fotos auf Handys zu kontrollieren. «Im Verdachtsfall würden wir ­deshalb die Polizei rufen», so Wiesler. Kulant sei man, wenn eine Mutter ein Bild von ihrem Kind mache, trotz Verbot.

Das Problem ist auch in anderen Badis bekannt, etwa im Strandbad Sursee. Seit fast ­jedes Handy mit einer Kamera ausgestattet ist, «sind wir sehr sensibilisiert auf dieses Thema», sagt Bademeister René Bühlmann. Auch in Sursee würden Eltern aktiv gewarnt und darauf hingewiesen, dass alle Badigäste bekleidet sein müssen. «Wir stossen jeweils auf viel Verständnis.»

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