Luzern - «Bäche liefen von den Dächern herunter»
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Luzern«Bäche liefen von den Dächern herunter»

In Luzern ist es am Sonntagmittag zu einem Starkregen gekommen. Innert kürzester Zeit standen Strassen unter Wasser.

von
Gianni Walther

Hagel und Starkregen am Sonntag im Raum Luzern.

News-Scout

Starkregen in der Stadt Luzern am Sonntagmittag: News-Scout-Videos zeigen Bilder von überfluteten Strassen. «Es gab einen sintflutartigen Regen mit sehr grossen Tropfen», sagt ein Anwohner der Löwenstrasse in Luzern. «Es liefen Bäche von den Dächern herunter. Innerhalb von Minuten war die ganze Strasse gefüllt mit Wasser.» Es seien an die 20 bis 30 Zentimeter Wasser gewesen. «Es war ein kurzer Spuk, aber sehr imposant.»

Wasser in Keller gelaufen

Die Wassermengen haben auf der Strasse Schachtdeckel angehoben, so der Anwohner. Autos konnten auf den Strassen zwar noch fahren, aber: «Es kann schon gefährlich werden, wenn man nicht sieht, dass ein Schachtdeckel fehlt», sagt der News-Scout. «Wir sind auf die Strasse herunter und haben zusammen mit Nachbarn die Schachtdeckel wieder eingesetzt, damit die Autos dort nicht hineinfahren.»

Angesichts des Hochwassers, das Luzern kürzlich bedroht hatte, sei es «nicht mehr so gewaltig. Aber es ist trotzdem imposant, wie schnell das Wasser ansteigen kann, wenn die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen kann.»

Wegen des Wassers sei ein Kellerfenster gebrochen. «Es ist Wasser in den Keller gelaufen.» Der Besitzer schätzt, dass das Wasser im Keller zwischen 10 und 20 Zentimeter hochstehe. Viel passiert sei bei ihm jedoch nicht. «Wir haben nicht so viele Sachen, die im Keller stehen.»

«Eine giftige Gewitterzelle hat sich im Raum Bern entwickelt, die sich über Thun und dann nach Luzern weiterbewegt hat. Jetzt zieht sie weiter in Richtung Zug», sagt Stefan Scherrer von Meteonews.

Über 550 Notrufe in Luzern, Zug und Schwyz

Von den starken Niederschlägen ist auch der Bahnverkehr betroffen. In Merlischachen hat ein Erdrutsch die Bahngleise verschüttet. Deshalb kommt es zu Einschränkungen und Zugausfällen. Wie lange die Störung dauert, ist unklar.

Im Kanton Schwyz sind wegen des heftigen Gewitters innerhalb von rund zwei Stunden über 200 Meldungen «wegen Wassereinbruch in Gebäude, über die Ufer getretene Bäche, überschwemmte oder blockierte Strassen» eingegangen. Diverse Feuerwehren standen am Sonntag im Einsatz, teilte die Kapo Schwyz mit. Im Kanton Zug gingen 140 Meldungen in der Einsatzleitzentrale ein. Feuerwehren stehen im Dauereinsatz, so die Zuger Polizei.

Bei der Luzerner Polizei gingen über 210 Meldungen innerhalb von drei Stunden ein. Das Gewitter «führte zu teilweise massiv überschwemmten Strassen und Wasser drang in Gebäude ein», heisst es in der Mitteilung. Mehrere Strassenabschnitte mussten gesperrt werden. Meldungen über Verletzte gingen in Luzern, Zug und Schwyz keine ein.

Die Luzerner Polizei warnt:

Gefahren wegen Unwetter

• Halten Sie sich von Gewässern, besonders von Fliessgewässern fern, denn der Aufenthalt im Bereich von Flüssen und Bächen ist äusserst gefährlich. Bringen Sie sich nicht unnötig in Gefahr.• Verfolgen Sie die Situation und treffen Sie die nötigen Schutzmassnahmen.• Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen.• Fahren Sie nicht mit Fahrzeugen durch überflutete Strassen.• Hören Sie bei Hochwasser Radio und befolgen die Anweisungen der Einsatzkräfte.

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In Merlischachen im Kanton Schwyz ist Wasser und Geröll über ein Bahngleis gelaufen.

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News-Scout
Wegen des Erdrutsches können Züge nicht mehr durchfahren.

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News-Scout
Laut Bahnverkehrsinformation der SBB kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen.

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sbb.ch

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