Gegen prüdes Image – Bäckerinnen zeigen sich in Unterwäsche-Kalender – «Am Anfang war es ein Schock»
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Gegen prüdes ImageBäckerinnen zeigen sich in Unterwäsche-Kalender – «Am Anfang war es ein Schock»

Eigentlich sollte der Kalender in erster Linie ihnen selbst Freude machen. Doch das private Projekt zieht nun für einige junge Bäckerinnen ungeahnte Kreise.

von
Philippe Coradi
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Mit einem Wandkalender wollten junge Bäckerinnen das Image ihres Berufes etwas entstauben. 

Mit einem Wandkalender wollten junge Bäckerinnen das Image ihres Berufes etwas entstauben.

Privat
Auf die privat organisierte und finanzierte Aktion reagierten nun der Ostschweizer Berufsverband und der Arbeitgeber der beiden Initiantinnen kritisch. 

Auf die privat organisierte und finanzierte Aktion reagierten nun der Ostschweizer Berufsverband und der Arbeitgeber der beiden Initiantinnen kritisch.

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Für die Initiantin war die plötzliche Präsenz in den Medien zuerst ein Schock. Auch die anderen Beteiligten mussten sich sehr daran gewöhnen.

Für die Initiantin war die plötzliche Präsenz in den Medien zuerst ein Schock. Auch die anderen Beteiligten mussten sich sehr daran gewöhnen.

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Darum gehts

  • Zwei Bäckerinnen hatten die Idee zu einem Kalender, der das Image ihres Berufsstandes aufpolieren soll.

  • Auf die privat organisierte und finanzierte Aktion reagierten nun der Ostschweizer Berufsverband und der Arbeitgeber der beiden Initiantinnen kritisch.

  • Der Kalender selbst soll bis Ende Oktober fertig sein.

Der Kalender war eine private Idee und wurde von der Initiantin Caroline Müller (23) und einer Freundin selbst finanziert. Die Aktion und das Resultat sollten ihnen selbst Freude machen und allenfalls das Image von Bäckerinnen etwas entstauben, dem Beruf etwas «Prüdes» nehmen. Und sie wollten ihn natürlich auch unter die Leute bringen. Die zwei Frauen hatten nach eigenen Angaben nie die Absicht, mit den Bildern auf irgendeine Art und Weise eine Kampagne für mehr Lehrlinge zu machen, denn für Müller ist klar: «So macht man keine Werbung für einen Beruf.»

Kalender mit Nachwuchsproblem verknüpft

Stefan Thalmann, Sekretär des Ostschweizer Bäcker-Confiseurmeister-Verbands, äusserte sich gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» zum Projekt: «Die Initiantinnen handelten als Privatpersonen und kontaktierten im Vorfeld unseren Verband nicht.»

Und die Migros Ostschweiz – Arbeitgeberin der beiden Initiantinnen – erklärte: «Es handelt sich um ein völlig privates Projekt der beteiligten Personen. Das ist weder mit dem Unternehmen abgesprochen, noch hat die Migros etwas damit zu tun. Wir distanzieren uns klar von diesem Projekt», so der Mediensprecher Andreas Bühler zu «FM1Today».

Vom Echo überrumpelt

«Am Anfang war es ein Schock, so plötzlich berühmt zu sein», so Müller. «Für mich war es nicht so schwierig, ich zeige mich gerne.» Aber die anderen Beteiligten mussten sich sehr daran gewöhnen. «Aber ich glaube, sie haben sich mittlerweile mit der Situation gut abgefunden», so Müller.

Zwar hatten die Initiantinnen bei der Migros nachgefragt, ob diese bei der Vermarktung des Kalenders helfen könne. Als dies aber abgelehnt wurde, war das für Müller «voll okay», wie sie auf Anfrage von 20 Minuten sagt. «Aber Angst um meine Stelle habe ich keine», so Müller. Auch die anderen Models hätten keine Probleme mit ihrem Job bekommen, fügt sie hinzu.

Und was ist jetzt mit dem Kalender? Der sollte bis Ende Oktober fertiggestellt sein, als Wandkalender in A3-Format. Eine Website haben die Organisatorinnen nicht. Er kann aber unter baeckerinnenkalender@gmail.com vorbestellt werden. 40 Personen haben dies schon gemacht. Wie viele es mal werden sollten, darüber hatten sich Müller und Rentsch keine Gedanken gemacht. Für 40 Franken wird er verkauft. Investiert hatten sie in das Projekt circa 800 Franken.

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