Bähnler: Aussichtslose Situation

Aktualisiert

Bähnler: Aussichtslose Situation

Noch ist nicht bekannt, ob die drei Bähnler aus dem Zug gesprungen oder drin geblieben sind. Aber was auch immer sie gemacht hätten, sie waren ohne Chance.

Der Weg des Unglückszugs durch das Kandertal war etwa 30 Kilometer lang. Mit einem angenommenen Tempo von 60 bis 80 km/h hat die Fahrt wohl zwischen 20 und 30 Minuten gedauert. Die drei Männer im Zug hatten also Zeit, sich zu entscheiden: bleiben oder springen.

Szenario bleiben

Ein Aufprall mit 80 km/h entspricht einem Sturz aus einem 8-stöckigen Gebäude oder rund 24 Metern. Üerlebenschancen praktisch null.

Szenario springen

Felix Walz, Facharzt für Rechtsmedizin, forensische Biomechanik und Dozent an Universität und ETH Zürich meint dazu: «Schon mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h wäre der Absprung auf ein Schotterbett oder auf eine Ebene mit Leitungsmasten etc. mit grosser Wahrscheinlichkeit tödlich gewesen.»

Hinzu kommt die Sprunghöhe, dazu Walz: «Relevant ist aber nicht nur die horizontale Geschwindigkeit, sondern auch die vertikale. Bereits eine Sprunghöhe von drei Metern, die bei Eisenbahnwagen plus Bahntrassierung wohl angenommen werden muss, kann schon im Stillstand schwere Verletzungen zur Folge haben.»

Welchen Ausweg sie auch immer gewählt hätten: Die drei Männer hatten keine Überlebenschance.

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