Aktualisiert 07.10.2006 13:32

Bähnler drohen Leuenberger mit Streik

Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) hat Bundespräsident Moritz Leuenberger in einem «offenen Brief» auf den drohenden Arbeitskonflikt bei den SBB aufmerksam gemacht. Streiks werden nicht ausgeschlossen.

Der SEV verweist auf die Situation bei der Swiss und zieht Parallelen. «Insbesondere hat uns verblüfft, dass Sie das Streikrecht der Piloten in Frage stellten, obwohl diese keinem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen, der es ihnen verbieten würde, Kampfmassnahmen zu ergreifen», schreibt das SEV-Präsidium an den Bundespräsidenten. Erstaunlich sei auch, dass Leuenberger kein Wort zum Swiss-Management verloren habe, welches seit Monaten Verhandlungen torpediere. «Ihre Auffassung zu solchen Fragen ist für uns insbesondere deshalb wichtig, weil der SEV seit geraumer Zeit ergebnislos versucht, die GAV-Verhandlungen mit SBB und SBB Cargo voranzutreiben», heisst es.

Die sture Haltung von SBB und SBB Cargo habe bisher jegliche konkreten Verhandlungsfortschritte verhindert. Die Wahrscheinlichkeit eines vertragslosen Zustandes per 1. Januar 2007 zwischen den Sozialpartnern steige. «In dieser Situation, die vom SEV weder gewollt noch verursacht ist, versteht es sich von selber, dass wir uns frei fühlen, geeignete Kampfmassnahmen zu ergreifen, um SBB und SBB Cargo zu ernsthaften Verhandlungen zu veranlassen», schreiben SEV-Präsident Pierre-Alain Gentil und Vizepräsident Francois Gatabin.

Streik sei dabei weder das erste noch das einzige Druckmittel, das in Betracht gezogen werde. Ausgeschlossen werden könne ein Streik allerdings auch nicht, wenn er notwendig würde. In seiner Funktion als Verkehrsminister und als Eigner von SBB und SBB Cargo solle Leuenberger dieser Situation Beachtung schenken. «Es wäre ungut, wenn Sie sie erst anlässlich einer Manifestation unzufriedener Angestellter im Januar 2007 zur Kenntnis nähmen», heisst es weiter. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.