Bär als Bulle

Aktualisiert

Bär als Bulle

Das Zürcher Bankhaus Julius Bär hat dank des Verkaufs des Private-Banking-Geschäfts in den USA den Reingewinn im ersten Halbjahr 2005 um 16 Prozent auf 129,2 Mio. Fr. gesteigert.

Gleichzeitig nahmen die betreuten Kundenvermögen auf 150,7 Mrd. Fr. zu.

Die Zunahme um 11 Prozent bei den Kundenvermögen kam trotz des Verkaufs des Private-Banking-Geschäfts in den USA im Umfang von 5,5 Mrd. Fr. zustande, wie die Gruppe am Freitag mitteilte. Der Neugeldzufluss im institutionellen Geschäft sei stark gewesen. Hinzu komme die gute Anlageperformance in der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden.

Allerdings flossen im Private Banking Gelder ab. Die dort betreuten Kundenvermögen sanken um 2 Prozent auf 60 Mrd. Franken. Im Zusammenhang mit der Einführung der Einheitsnamenaktie bei Julius Bär seien teilweise Portfolioumschichtungen vorgenommen worden, die unter anderem zu einem Nettoabfluss von 540 Mio. Fr. beigetragen hätten.

«Der gesamthaft positive Netto-Neugeldzufluss darf nicht über die zurzeit unbefriedigende Situation im Private Banking hinwegtäuschen», schreibt Geschäftsführer Walter Knabenhans. Es seien umfassende Massnahmen zur Verbesserung der Kundenbeziehungen eingeleitet worden.

Der Betriebsertrag der Bankengruppe stieg um 19,3 Prozent auf 615,8 Mio. Franken. Darin enthalten ist der Bruttoerlös aus dem Verkauf des Private Banking in den USA in Höhe von 58 Mio. Franken. Ohne diesen einmaligen Ertrag betrug der Zuwachs 8 Prozent.

Stark rückläufig war das Handelsgeschäft: Die Erlöse fielen um 32,8 Prozent auf 52,5 Mio. Franken. Dagegen nahm der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 15,2 Prozent auf 430,1 Mio. Fr. zu. Der Geschäftsaufwand stieg um 23,3 Prozent auf 462,2 Mio. Franken. (sda)

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