Bär Bruno machte vor Polizeistation Pause - entwischt
Aktualisiert

Bär Bruno machte vor Polizeistation Pause - entwischt

Bär Bruno ist wieder auf der Pirsch. Gestern verwechselte er einen Kleintierstall mit einer Snack-Bar und frass ein Meerschweinchen auf. Danach machte er es sich vor einer Polizeistation gemütlich. Mittlerweile vergeht den Jägern der Spass.

«Dieser Bär muss schnell aus aus der freien Wildbahn genommen werden, weil er ein potenzielles Risiko ist», sagte der Leiter der Naturschutzabteilung, Christoph Himighofen, am Sonntag. Und die österreichische WWF-Sprecherin Susanne Grof warnte: «Wenn er denkt, dass man ihm den Weg abschneidet, wird der Bär angreifen.»

Am Sonntag traf ein fünfter Bärenjäger aus Finnland mit «besten Bärensuchhund von ganz Finnland» in Bayern ein. Das Team, zu dem ein Tierarzt mit einem Nakosegewehr gehört, hatte Brunos Spur am Samstag in einem Kocheler Ortsteil verloren, nachdem er dort einen Hasenstall und einen Bienenstock ausgeraubt hatte.

«Bisher war die oberste Priorität, ihn zu fangen. Aber wir müssen jetzt möglichst schnell zu einer Lösung kommen, das heisst den Bären aus der Natur nehmen», sagte Himighofen. Über weitere Schritte werde das Ministerium mit Experten am (morgigen) Montag beraten.

Bruno war am Freitag um 23.10 Uhr mitten in Kochel einem Spaziergänger in 20 Meter Entfernung begegnet, der seinen Hund ausführte. Der Spaziergänger und der Bär zogen sich zurück, trafen sich aber hinter einem Haus erneut. Dann flüchtete der Bär. Um 0.35 Uhr sahen ihn Einwohner vom Balkon aus, wie er sich vor die Polizeiwache von Kochel setzte und dann in Richtung Wald trollte. «Das klingt lustig. Es kann aber auch mal nicht lustig ausgehen», sagte Himmighofen.

Der bayerische Bärenanwalt Manfred Wölfl sagte, Brunos Flucht «zeigt, dass er wirklich Respekt vor Menschen hat». Wölfl warnte aber zugleich: «Dieser Bär ist ein Risiko. Nicht weil er aggressiv auf Menschen zugeht, sondern weil er im Siedlungsraum Futter sucht und jetzt wieder eine positive Erfahrung gemacht hat. Das ist erschreckend für uns.» Man müsse jetzt überlegen, wie lange die Fangversuche weitergehen könnten: «Es wird enger für ihn.»

WWF-Sprecherin Grof sagte: «Der ist ausserhalb von jedem Schema.» Wer dem Bären begegne, solle ruhig bleiben und ihn nicht bedrängen.

Der Kocheler Bürgermeister Werner Englert sagte, es herrsche keine Panik, aber erhöhte Vorsicht. «Wen was passiert, wird man sich die Frage stellen, warum man nicht früher was unternommen hat.» (dapd)

Deine Meinung