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Tierischer AusbrecherBär Kupa verhilft Luchs Félix zur Flucht

Lange galt das Luchsmännchen Félix aus dem waadtländischen Zoo Juraparc als tot. Doch nun ist klar: Félix lebt, hatte einen Fluchthelfer – und wird nun gejagt.

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gbr
Luchs Félix im Juraparc, fotografiert am 15. September 2011.

Luchs Félix im Juraparc, fotografiert am 15. September 2011.

Félix, ein sieben Jahre alter Luchs aus dem Juraparc, ist schon seit Januar nicht mehr in seinem Gehege. Eigentlich waren die Parkhüter davon ausgegangen, dass das Tier den Bären oder Wölfen im eigenen Park zum Opfer gefallen war – und dass der hohe Schnee seine Überreste verbarg.

«Wir hatten wirklich grosses Pech», sagt Olivier Blanc, der Direktor des Parks, zu «Le Matin»: «Alle Sicherheitsvorkehrungen waren in der neuen Anlage getroffen worden, die Spezialisten hatten uns versichert, dass es unmöglich sein wird, dass ein Luchs ausbrechen kann.»

Bär half Luchs bei der Flucht

Die Spezialisten hatten wohl nicht mit den Bären gerechnet: Wie «20 Minutes» berichtet, hatte der Bär Kupa eine Holzabschrankung angeknabbert – was Luchs Félix die Flucht ermöglicht habe. Im Juni kam dann plötzlich der Beweis: Der Luchs wurde in Freiheit gesehen. Es handelte sich eindeutig um Félix, so Direktor Blanc: «Jeder Luchs hat ein einzigartiges Fell.»

Seither sind die Behörden im Welschland damit beschäftigt, Félix wieder einzufangen. Doch das gesuchte Tier ist seinen Jägern bisher entkommen. «Man sollte ihn wieder einfangen», sagt Martin Liberek, Tierschüter des Kantons Waadt, zur Zeitung. Liberek: «Das Tier hat in der Natur nichts verloren. Es ist sich menschlichen Kontakt gewohnt, was es weniger wild macht, und das kann es näher an Siedlungsgebiete treiben.»

Warum darf Félix nicht frei sein?

Catherine Strehler Perrin, die Vorsteherin des Umwelt-Departements des Kantons Waadt, sagt: «Man darf aus Prinzip nicht zulassen, dass Tiere, die in Gefangenschaft geboren wurden, in der Natur ausgesetzt werden, auch wenn es sich um einheimische Tiere handelt.» Es bestehe, so die Departementsvorsteherin, immer die Gefahr der Einführung eines ökologischen Ungleichgewichts – «und darum müssen wir handeln.»

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