Ramosch GR: Bär macht es sich vor Wildtierkamera bequem

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Ramosch GRBär macht es sich vor Wildtierkamera bequem

Ein Bündner Jäger erzählt davon, dass er in den Aufnahmen seiner Wildcam eine seltene Entdeckung gemacht habe. Ein Bär machte einige Sekunden Rast vor seiner Linse.

von
Shannon Zangger
Katja Fässler

Sass gemütlich neben einem Baum: ein Bär auf der Reise durchs Engadin. 

News-Scout

Darum gehts

  • Ein Jäger erzählt von den seltenen Aufnahmen, die er mit seiner Wildcam gemacht hat.

  • Ein Bär stellte sich für ein Weilchen vor seine Kamera.

  • Es war erst die zweite Sichtung des erfahrenen Jägers von einem Bären im Gebiet um Ramosch GR.

  • Das Amt für Jagd und Fischerei teilt auf Anfrage mit, dass Bären-Sichtungen im Kanton Graubünden nichts Aussergewöhnliches seien, sie kämen jedoch auch nicht oft vor.

Ein Jäger aus dem Unterengadin erzählt davon, dass sich ein seltener Gast vor seine Fotofalle gestellt habe. Ein Bär liess sich auf eine unbewusste Videosession ein. «Es ist erst das zweite Mal in meiner 34-jährigen Jäger-Karriere, dass ich einen Bären in diesem Gebiet gesehen habe», sagt der Bündner Jäger, der anonym bleiben möchte.

Die erste Begegnung erlebte er im Jahr 2005. «Wir sind einem Bären damals auf der Jagd begegnet. Aus einer Distanz von 300 Metern beobachteten wir ihn unbemerkt. Als er jedoch auf einen Jäger auf der anderen Talseite aufmerksam wurde, verschwand er augenblicklich.» Bären sollen immer wieder vom Süden her in die Schweiz kommen. «Es ist allerdings eine Premiere für mich, dass Aufnahmen eines Bären durch meine Wildtierkamera entstehen», so der erfahrene Jäger weiter.

Fotofallen nur im Sommer erlaubt

«Normalerweise spricht es sich sofort herum, wenn ein Bär durch das Gebiet streift. Diesmal aber nicht und daher konnte ich es erst gar nicht richtig glauben.» Wildtierkameras dürfen lediglich im Sommer ausserhalb der Jagdsaison installiert werden. In den meisten Fällen lassen sich Gämsen, Steinböcke oder Hirsche vor der Linse blicken. «Ich stelle die Kameras als Hobby auf. Das bringt Abwechslung in den Alltag und gibt einen Grund, um wieder einmal durch das Jagdgebiet zu ziehen.»

Um was für einen Bären es sich handeln könnte, kann das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden auf Anfrage von 20 Minuten alleine anhand dieses Videos nicht beantworten. «Das Video, das am 17. Juli entstanden ist, ist der zweite Nachweis von einem Bären an diesem Tag im Kanton», sagt Arno Puorger, akademischer Mitarbeiter und zuständig für Grossraubtiere beim AFJ GR. Eine Aufnahme entstand am Morgen und eine weitere am Abend zwölf Kilometer weiter weg. Ob es sich dabei um denselben Bären handle, sei unklar.

Imker und Landwirte werden informiert

Am 4. Mai dieses Jahres wurden zudem im Grenzbereich zu Südtirol Bären-Spuren im Schnee gesichtet. Im letzten Jahr kam es insgesamt zu zwei bestätigten und einem möglichen Bären-Besuch im Kanton. «Das, was um den Baum hängend zu sehen ist, ist ein Salzleckstein. Für Jagd-Zwecke werden diese regelmässig benutzt», so Arno Puorger weiter.

«Nach der Sichtung eines Bären wird eine Information per SMS versandt. In dieser warnen wir lokale Bauern und Imker, dass ein Bär in ihrer Umgebung gesehen worden ist.» Das Amt empfiehlt dann jeweils, den Herden- und Bienenhäuserschutz sicherzustellen. Solche Nachrichten werden, beispielsweise auch bei Wolfsichtungen, mehrmals im Jahr versendet. 

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