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Nach dem Bären-DramaBärchen «4» könnte ausgewildert werden

Nach dem Drama um das getötete Bärchen «3» bleibt das zweite Jungtier bei den Eltern – und soll später in Russland ausgewildert werden.

von
Sonja Mühlemann

Der Tierpark Dählhölzli hält auch nach der Tötung von ­Babybär «3» durch Vater Misha an seiner Haltung fest: «Wir wollen den Bäreneltern überlassen, ob sie es schaffen, Jungbär ‹4› aufzuziehen», sagt Tierpark-Direktor Bernd Schildger.

Sollte dies glücken, habe man bereits Pläne für dessen ­Zukunft: «Wir haben die Option, Bär ‹4› in Ussurien in Russland auszuwildern», sagt Schildger gegenüber 20 Minuten. Dieses Angebot sei von Bären-Experte Reno Sommerhalder gemacht worden. Der gebürtige Emmentaler lebt seit 30 Jahren in Kanada und wilderte in den vergangenen zwei Jahren Bären im ­russischen Ussurien aus – laut Schildger erfolgreich. «Wir setzen alles daran, dass die Aufzucht glückt», so Schildger. Man wolle der Bärenfamilie ­daher die grösstmögliche Ruhe geben – für Besucher bleibt die Plattform geschlossen.

Tierschutz verlangt die Rettung von Bärenbaby «4»

Babybär «3» wurde von den Eltern zu 90 Prozent aufgefressen. Die Obduktion am Donnerstag habe gezeigt, dass das Jungtier keine Hämatome gehabt habe. Demnach sei er nicht am Herumschleudern durch Misha gestorben.

Indes zeigt sich der Schweizer Tierschutz empört darüber, dass die Bärenfamilie nicht getrennt wird – das Leben des verbliebenen Jungtiers sei zu garantieren: «Das Recht auf Leben von Bär ‹4› ist höher zu gewichten als der vorübergehende Stress für die Elternbären», so STS-Präsident Heinz Lienhard. Auch wenn Misha und Masha aufeinander angewiesen seien und bei einer Trennung Verhaltensstörungen zeigten, sei das Wohl des Jungbären genau so hoch zu gewichten.

«Wir können Misha und Masha nicht 25 Jahre leiden lassen», sagt Schildger dazu, «der Jungbär wäre vielleicht in der freien Natur auch gestorben.»

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