Spuren zugeordnet - Bär streift durchs Bündnerland
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Spuren zugeordnetBär streift durchs Bündnerland

Am Sonntag hielt sich ein Bär im Val Müstair auf. Spuren im Schnee unterhalb des Piz Turettas konnten von der Wildhut einwandfrei einem Bären zugeordnet werden.

von
Michel Eggimann
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Das sind die Spuren, die ein Bär im Val Müstair am Sonntag hinterlassen hat.

Das sind die Spuren, die ein Bär im Val Müstair am Sonntag hinterlassen hat.

Amt für Jagd und Fischerei GR
Anschliessend sei das Tier über den Ofenpass weitergezogen.

Anschliessend sei das Tier über den Ofenpass weitergezogen.

Wikipedia/Adrian Michael
Dieser Bär wurde 2018 über Pfingsten im Berner Oberland gesichtet.

Dieser Bär wurde 2018 über Pfingsten im Berner Oberland gesichtet.

Marcel Thönen

Darum gehts

  • Im Val Müstair wurden Spuren einem Bär zugeordnet.

  • Er hielt sich am Sonntag beim Piz Turetta auf.

  • Anschliessend ist das Raubtier über den Ofenpass weitergezogen.

  • Die Behörden haben eine Warn-SMS verschickt.

Das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden hat Spuren beim Piz Turetta im Val Müstair einem Bären zuordnen können. Diese wurden laut einer Mitteilung am Sonntag gesichtet. Das Amt hat eine entsprechende Warn-SMS an die Landwirte und Landwirtinnen sowie Imker und Imkerinnen in der Region versandt. So könnten sie allfällige Massnahmen treffen, erklärt Amtsvorsteher Adrian Arquint.

Das Tier werde nun von der Wildhut und von den Parkwächtern des Schweizerischen Nationalparks beobachtet. Mittlerweile sei der Bär über den Ofenpass weitergezogen. Laut Arquint kennt man den genauen Aufenthaltsort des Bären aber nicht. «Wir sind jetzt gespannt, was wir alles herausfinden werden. Das letzte Mal gesehen wurde das Wildtier am Sonntag beim Ofenpass», sagt der Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden. Die Bevölkerung wird gebeten, sich an die Anweisungen in den Merkblättern des Amts für Jagd und Fischerei zu halten. Schaden habe der Bär bisher keinen angerichtet. Die aktuelle Sichtung ist im Kanton Graubünden die letzte bekannte seit rund zwei Jahren. Damals fand man Spuren von einem Bären im Unterengadin.

Seit 2005 Bären in der Schweiz

Laut dem Bundesamt für Umwelt wandern seit 2005 in regelmässigen Abständen Braunbären aus dem nahegelegenen italienischen Nationalpark Adamello Brenta in die Schweiz ein. In der Schweiz gibt es im Gegensatz zu Italien und Österreich aber kein Bärenansiedlungsprojekt. Im Frühling 2008 wurde ein Bär geschossen, weil er ein für Menschen riskantes Verhalten zeigte und Vergrämungsmassnahmen wirkungslos blieben.

Bär und Mensch: Verhaltensregeln

Bei jeder Begegnung mit einem Bären gilt es zu bedenken, dass der Bär ein Wildtier ist. Der Bär kann unberechenbar auf die Anwesenheit von Menschen reagieren. Deshalb gelten folgende Verhaltensregeln:

  • Stehen bleiben, durch lautes Reden auf sich aufmerksam machen.

  • Nicht näher gehen, nicht fort rennen, sondern sich langsam entfernen.

  • Den Bären auf keinen Fall füttern.

  • Den Bären nicht provozieren.

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Über Pfingsten 2018 wurde im Berner Oberland ein Bär gesichtet. Das Jagdinspektorat des Kantons Bern hat daraufhin ein Merkblatt erstellt. Das Raubtier hatte auch Schaden angerichtet. In Beatenberg hatte sich der Bär an zwei Bienenstöcken vergriffen.

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