Aktualisiert 29.10.2019 15:10

Neuzuzug in Goldau

Bärin Laila (28) fühlt sich im Tierpark pudelwohl

Anfang Oktober ist die syrische Braunbärin Laila vom Zoo Münster in den Tierpark Goldau übersiedelt. Es ist für das Tier quasi ein Altersheim.

von
nob

Der Allwetter-Zoo im deutschen Münster stellte unlängst die Haltung von Syrischen Braunbären ein. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) kam die Bärin Laila von dort nun in den Tierpark Goldau.

«Es ist nicht davon auszugehen, dass Laila noch fruchtbar ist», so Park-Tierarzt Martin Wehrle. Zucht sei auch nicht das Ziel der Beherbergung: «Eine Evaluation ergab, dass der Tierpark Goldau für die Bärin der geeignetste Platz darstellt. Mit 28 Jahren ist sie schon sehr alt.» Die Lebenserwartung der Braunbären liege bei ungefähr 30 Jahren.

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Anfang Oktober ist die Syrische Braunbärin vom Zoo Münster in den Tierpark Goldau übergesiedelt.

Anfang Oktober ist die Syrische Braunbärin vom Zoo Münster in den Tierpark Goldau übergesiedelt.

Fabrizio Vignali
Der Allwetter-Zoo Münster stellte die Haltung von Syrischen Braunbären ein. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wurde entschieden, dass Laila in Goldau am besten aufgehoben ist.

Der Allwetter-Zoo Münster stellte die Haltung von Syrischen Braunbären ein. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wurde entschieden, dass Laila in Goldau am besten aufgehoben ist.

Fabrizio Vignali
Braunbärin Laila bei ihrem ersten Streifzug in der Gemeinschaftsanlage Bär und Wolf im Natur- und Tierpark Goldau.

Braunbärin Laila bei ihrem ersten Streifzug in der Gemeinschaftsanlage Bär und Wolf im Natur- und Tierpark Goldau.

Fabrizio Vignali

Aufwändiger Transport

Einfach war es nicht, die Bärin von Münster nach Goldau zu bringen: «Der Transport eines Tieres – gerade wenn es ein so grosser Beutegreifer ist – bedarf jeweils einer sorgfältigen Vorbereitung und intensiver Planung.» So wurde Laila in einer bärensicheren Transportkiste mittels Spezialtransport per LKW in die Schweiz gebracht. Wehrle: «Eine solche Übersiedlung ist mit grossem Aufwand verbunden. Es müssen alle Bewilligungen eingeholt und Nachweise erbracht werden.»

In einer Mitteilung schreibt der Tierpark: «Nebst der Vorsicht, die bei einem solchen Transport geboten werden muss, gibt es meist auch Herausforderungen betreffend Gewicht und Dimensionen der tierischen Fracht. So sind zum Beispiel die Platzverhältnisse im Goldauer Bärenstall gegeben und eher knapp.» Ein Traktor hätte die Transportkiste zwar bis zum Bärenstall fahren können. Die letzten Meter mussten dann aber mit Muskelkraft bewältigt werden.

Gut eingelebt

Man merke, dass Leila sich das bergige Gebiet nicht gewohnt sei, heisst es weiter: «Nach einer Woche in der Aussenanlage, in welcher sie sehr viel unterwegs war, bewegt sie sich aber schon agiler.»

Auch daran, dass sie sich eine Mulde gegraben hat, in der sie gerne liegt und ruht, sei zu erkennen, dass sich die Bärin gut eingelebt habe. «Die vielen neuen Eindrücke, Düfte und Geräusche scheinen sie zu beeindrucken, aber auch zu ermüden.»

Laila sei trotz ihres hohen Alters sehr anpassungs- und lernfähig. Sie orientiere sich stark an den anderen Bären. Wenn sich etwa Bärin Evi am Abend in Richtung des Stalles bewege, schaue Laila ihr dies ab und bewege sich mit ihr den Hügel hinauf.

Ab in den Winterschlaf?

Wie Laila den Winter verbringe, werde sich zeigen. Während Evi Winterruhe halte, bleibe Takis, der dritte Bär im Bunde, wach. «Er reduziert zwar Futter und Aktivität, ist aber auch während der kalten Jahreszeit draussen und kann gut beobachtet werden.» Laila habe bisher keine Winterruhe gehalten, so Tierarzt Wehrle.

Im Juli 2017 starb im Natur- und Tierpark Goldau Bärin Fränzi. Sie war die damals älteste Bärin des Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Nun hat Bärin Laila ihren Platz im Gehege.

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