Coronavirus: Kanton Zürich schliesst Covid als Todesursache von 29-Jährigem aus
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CoronavirusKanton Zürich schliesst Covid als Todesursache von 29-Jährigem aus

Über die Feiertage sind zwei junge Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Beim älteren Opfer widerspricht der Kanton Zürich dem BAG. Das Virus sei nicht die Todesursache gewesen.

von
Bettina Zanni
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Zwischen dem 21. und dem 27. Dezember registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Kategorie der 20- bis 29-Jährigen einen Todesfall. Laut dem Kanton Zürich war allerdings nicht das Coronavirus die Todesursache.

Zwischen dem 21. und dem 27. Dezember registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Kategorie der 20- bis 29-Jährigen einen Todesfall. Laut dem Kanton Zürich war allerdings nicht das Coronavirus die Todesursache.

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Es gab ebenfalls einen Todesfall bei den 0- bis 9-Jährigen.

Es gab ebenfalls einen Todesfall bei den 0- bis 9-Jährigen.

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Aufgrund der tiefen absoluten Zahl der Todesfälle bei jungen Patienten ist laut BAG-Sprecherin Katrin Holenstein ein Trend zu mehr coronabedingten Todesfällen junger Menschen nicht aussagekräftig. 

Aufgrund der tiefen absoluten Zahl der Todesfälle bei jungen Patienten ist laut BAG-Sprecherin Katrin Holenstein ein Trend zu mehr coronabedingten Todesfällen junger Menschen nicht aussagekräftig.

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Darum gehts

  • Ein Bub zwischen 0 und 9 Jahren sowie ein junger Mann zwischen 20 und 29 Jahren tauchen in einer aktuellen BAG-Liste als laborbestätigte Todesfälle auf.

  • Der Kanton Zürich widerspricht der BAG-Liste jedoch. Beim jungen Mann sei die Todesursache nicht das Coronavirus gewesen.

  • Aufgrund der tiefen absoluten Zahl der Todesfälle bei jungen Patienten ist laut BAG ein Trend zu mehr coronabedingten Todesfällen junger Menschen nicht aussagekräftig.

  • Je höher die Inzidenz und die Anzahl Corona-Fälle seien, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit für Todesfälle, sagt eine BAG-Sprecherin.

Das Coronavirus hat sich seit Beginn der Pandemie vor allem bei betagten Infizierten als tödlich erwiesen. Die laborbestätigten Todesfälle über die Feiertage lassen jedoch aufschrecken: Zwischen dem 21. und dem 27. Dezember registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Kategorie der 0- bis 9-Jährigen einen männlichen Todesfall und in der Kategorie der 20- bis 29-Jährigen ebenfalls einen männlichen Todesfall.

Das BAG bestätigt die Todesfälle auf Anfrage von 20 Minuten. «Im Dezember wurden dem BAG aus zwei Kantonen je ein Todesfall in der Alterskategorie 0-9 Jahre aus dem Kanton St. Gallen und 20-29 Jahre aus dem Kanton Zürich gemeldet», schreibt Sprecherin Katrin Holenstein. Für weitere Informationen seien die Kantone zuständig.

Je höher die Inzidenz sei, desto höher sei Wahrscheinlichkeit für Todesfälle

Aufgrund der tiefen absoluten Zahl der Todesfälle bei jungen Patienten ist laut Holenstein ein Trend zu mehr coronabedingten Todesfällen junger Menschen nicht aussagekräftig. «Allgemein gilt aber, je höher die Inzidenz in der Bevölkerung und je länger die Inzidenz hoch bleibt, desto höher die Ansteckungswahrscheinlichkeit auch bei jüngeren Personen und je höher die Anzahl Fälle, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Todesfälle.»

Bislang beschränkten sich die Todesfallmeldungen auf eine junge Person. Im Mai starb ein Säugling aus dem Kanton Aargau. Dieser litt an einer schweren neurologischen Krankheit und war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ob das Kleinkind an den Folgen des Virus starb, war noch unklar.

Kanton Zürich schliesst Coronavirus als Todesursache aus

Mediensprecher Patrick Borer bestätigt auf Anfrage, dass im Kanton Zürich ein 29-jähriger Mann verstorben sei, der positiv auf Covid-19 getestet worden sei. «Aufgrund des ärztlichen Befundes kann jedoch ausgeschlossen werden, dass Covid die Todesursache war.» Aus Persönlichkeitsschutzgründen könne die Gesundheitsdirektion nicht näher auf die Todesursache eingehen.

Die BAG-Statistik enthalte alle Todesfälle von Personen mit einem laborbestätigten positiven Covid-19-Test, wie es beim Bundesamt weiter heisst: «Die Todesfälle von Sars-Cov-2-positiven Personen werden uns von den Ärztinnen und Ärzten obligatorisch gemeldet. Damit kommt der Todesfall unverzüglich in die Statistik des BAG.»

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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