08.11.2020 09:36

Dating zu CoronazeitenBAG rät, vor einem One-Night-Stand zu duschen

Das Bundesamt für Gesundheit fordert die Leute in der Corona-Krise dazu auf, vor dem Sex mit einem Unbekannten unter die Dusche zu springen. Dem widerspricht der Infektiologe Andreas Cerny: Duschen als Schutz vor Corona bringe nichts.

von
Jacqueline Straub
Anja Zingg
1 / 6
Duschen als Schutz vor Corona? Das BAG irritierte mit dieser Aussage.

Duschen als Schutz vor Corona? Das BAG irritierte mit dieser Aussage.

Getty Images/iStockphoto
 «Sich vor dem One-Night-Stand zu duschen, um sich vor einer möglichen Corona-Ansteckung zu schützen, nützt nichts», sagt Infektiologe Andreas Cerny. 

«Sich vor dem One-Night-Stand zu duschen, um sich vor einer möglichen Corona-Ansteckung zu schützen, nützt nichts», sagt Infektiologe Andreas Cerny.

moncucco.ch
«Die Anzahl der Sexpartner zu reduzieren, ist sicherlich nicht schlecht, um einer Ansteckung vorzubeugen», so Cerny.

«Die Anzahl der Sexpartner zu reduzieren, ist sicherlich nicht schlecht, um einer Ansteckung vorzubeugen», so Cerny.

Getty Images

Darum gehts

  • Das BAG irritierte mit der Aussage, man solle sich vor dem One-Night-Stand duschen.

  • Infektiologe Andreas Cerny widerspricht: Duschen ist kein Schutz vor Corona.

  • Das Risiko, sich bei einem One-Night-Stand mit Corona anzustecken, sei kleiner, als sich mit vielen Freunden zu verabreden.

Das Risiko, sich bei einem One-Night-Stand mit Covid-19 anzustecken, sei gross, sagte das BAG gegenüber «Nau». Sprecher Daniel Dauwalder rät: «Die Sexualpartner sollen vorher duschen.»

Duschen als Corona-Prävention? Dauwalders Aussage sorgt für Irritation. «Sich vor dem One-Night-Stand zu duschen, um sich vor einer möglichen Corona-Ansteckung zu schützen, nützt nichts. Wenn der Partner Coronavirus-infiziert ist, wird man angesteckt», stellt Andreas Cerny, Infektiologe am Moncucco-Spital in Lugano, klar. «Das Risiko, sich bei einem One-Night-Stand mit Corona anzustecken, ist kleiner, da man nur mit einer Person Kontakt hat, als wenn man sich mit neun Freunden zur privaten Feier verabredet, die in unterschiedlichen Haushalten wohnen.»

Corona durch Zungenkuss

Das Coronavirus übertrage sich nicht über die Haut, die Kleidung oder über die Sexualorgane, sondern über Tröpfchen, so der Infektiologe. «Corona kann man zum Beispiel bei einem Zungenkuss mit einer infizierten Person bekommen. Deswegen nun auf einen One-Night-Stand zu verzichten, scheint mir aber übertrieben.»

Vielmehr plädiert Cerny für die niederländische Methode: Im Frühling empfahl die dortige Regierung seinen Bürgern, sich bei der Anzahl Sexualpartner einzuschränken und bestmöglich nur noch einen «Sex-Buddy» zu haben. «Die Anzahl der Sexpartner zu reduzieren, ist sicherlich nicht schlecht, um einer Ansteckung vorzubeugen, so wie auch ‹safe sex› wichtig ist, um andere Infektionen zu verhindern», pflichtet Cerny bei.

Sexueller Kontakt mit Fremden beinhaltet Risiko

«Die Aussage, dass man vor einem One-Night-Stand duschen soll, hat mit der allgemeinen Hygiene zu tun», sagt Grégoire Gogniat, Mediensprecher vom BAG, auf Rückfrage von 20 Minuten. Mit Blick auf Corona gehe es um andere Schutzmassnahmen: Distanz, Tragen einer Maske und regelmässiges Händewaschen. «Festzuhalten ist, dass sexuelle Kontakte mit Fremden ein Risiko beinhalten, sich mit dem Coronavirus anzustecken, vor dem man sich bei einem so engen Kontakt kaum schützen kann», sagt Gogniat.

Gesellschaft-Push

Lust auf Reportagen, Videos, Porträts und Berichte auch abseits der News?

Dann installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Gesellschaft» an – et voilà!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
533 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Clean hugs

09.11.2020, 23:00

Endlich kann man auch Schweizer daten! Sie müssen jetzt duschen vorher! Yeah!

Don Juan

09.11.2020, 22:26

Was arbeiten da für Leute?

XVII

09.11.2020, 21:05

Bald kommt der Vorschlag-Hammer.