«Auf Berührung verzichten»: BAG sagt der Ghettofaust den Kampf an
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«Auf Berührung verzichten»BAG sagt der Ghettofaust den Kampf an

In seiner neuen Kampagne rät das BAG nicht nur vom Händedruck, sondern auch von einer Begrüssung mittels Faust ab. Die Bevölkerung soll es wie die Bundesräte machen: zur Begrüssung auf Distanz bleiben und mit dem Kopf nicken.

von
Joel Probst
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So ist es richtig: Viola Amherd und Ignazio Cassis begrüssen sich aus der Distanz mit einem Lächeln.

So ist es richtig: Viola Amherd und Ignazio Cassis begrüssen sich aus der Distanz mit einem Lächeln.

keystone-sda.ch
Diesem Begrüssungsritual hat das BAG hingegen den Kampf angesagt: Die Ghettofaust – wie hier Ende August zwischen Bundesrat Guy Parmelin und dem CVP-Nationalrat und Präsidenten des Schweizer Tourismusverbands Nicolo Paganini – soll ab sofort tabu sein.

Diesem Begrüssungsritual hat das BAG hingegen den Kampf angesagt: Die Ghettofaust – wie hier Ende August zwischen Bundesrat Guy Parmelin und dem CVP-Nationalrat und Präsidenten des Schweizer Tourismusverbands Nicolo Paganini – soll ab sofort tabu sein.

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«Keine Hand, keine Faust, keine Umarmung: Begrüssung immer mit Abstand» steht auf dem neuen Plakatsujet des BAG.

«Keine Hand, keine Faust, keine Umarmung: Begrüssung immer mit Abstand» steht auf dem neuen Plakatsujet des BAG.

BAG

Darum gehts

  • Nicht nur Händedruck, sondern auch die Ghettofaust zur Begrüssung ist jetzt tabu.
  • «Keine Faust» heisst es in der neuen BAG-Kampagne. Denn «Hand ist Hand», begründet BAG-Kampagnenchef Kammer.
  • Stattdessen empfiehlt das BAG «dringend», bei der Begrüssung Abstand zu halten und einander nicht zu berühren.
  • So machen es laut Kammer auch die Bundesräte.

Nach dem Händeschütteln trifft es auch den Fist Bump: In einer neuen Kampagne will das Bundesamt für Gesundheit der Begrüssung mit Ghettofaust den Garaus machen. «Keine Hand, keine Faust, keine Umarmung: Begrüssung immer mit Abstand», steht auf dem pinken Plakatsujet des BAG, das am Montag unter anderem in der Print-Ausgabe von 20 Minuten zu sehen war.

Der Entscheid überrascht, denn sogar Bundesräte griffen schon auf die vermeintlich hygienische Alternative zum Händedruck zurück.

BAG warnt: «Hand ist Hand»

Jetzt ist die Faust ein No-go. Denn laut BAG ist der Fist Bump nicht besser als das Händeschütteln: «Hand ist Hand», sagt Adrian Kammer, Leiter Kampagnen beim BAG, auf Anfrage. «Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den klassischen Händedruck, ein High Five oder eben um die Faust handelt.»

Doch was ist mit der Begrüssung per Ellbogen? So gaben sich etwa schon Aussenminister Ignazio Cassis und sein österreichischer Kollege Alexander Schallenberg, aber auch BAG-Direktor Pascal Strupler und der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri den Ellenbogen. «Das BAG empfiehlt, ganz grundsätzlich Abstand zu halten», antwortet Kammer. Auch auf Berührungen solle «derzeit verzichtet werden».

«Bundesräte nicken mit dem Kopf»

Körperkontakt liegt laut BAG also gar nicht mehr drin. Tipps, wie man sich dennoch begrüssen kann, hat Kammer aber nicht. Dafür verrät er, wie es die Bundesräte handhaben: «Zur Begrüssung halten sie Abstand, schauen sich in die Augen, und nicken vielleicht mit dem Kopf, und dies alles mit einem Lächeln.»

Der Kampagnenchef nimmt die Gesellschaft in die Pflicht: «Was die neuen Begrüssungsrituale sind, das muss die ganze Bevölkerung gemeinsam herausfinden. Eine Verneigung mit genügend Abstand ist eine von vielen Möglichkeiten.» Sicher ist für Kammer: «Einander nicht zu berühren, ist das neue Höflich und eine Form des Respekts in dieser Zeit.»

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