Bagdad: Iranischer Diplomat entführt
Aktualisiert

Bagdad: Iranischer Diplomat entführt

Die mysteriöse Entführung eines iranischen Diplomaten in Bagdad hat am Dienstag die Beziehungen zwischen Washington und Teheran weiter belastet.

Teheran berief am Dienstag umgehend den Schweizer und den irakischen Botschafter ein.

Der Schweizer Botschafter Philippe Welti musste neben seinem irakischen Kollegen, Mohammed Majid Al-Cheikh, ins iranische Aussenministerium, um die energischsten Proteste der Islamischen Republik entgegenzunehmen, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. Die Schweiz vertritt in Iran auch die US- amerikanischen Interessen.

Der Iran protestiere aufs Deutlichste gegen die den internationalen Regeln zuwiederlaufende Entführung und verlange vom Irak die Bestrafung der für den «Terrorakt» verantwortlichen Personen, hiess es.

Die irakische Nachrichtenagentur INA meldete unter Berufung auf Regierungsbeamte, der iranische Diplomat sei bereits am Sonntag im vorwiegend von Schiiten und Christen bewohnten Stadtteil Karrade verschleppt worden.

Der Nachrichtensender Al-Arabija zitierte Augenzeugen, die sagten, es habe Kämpfe zwischen den Entführern und einer zweiten bewaffneten Gruppe gegeben, die sechs der Entführer gefangen genommen habe.

Iran hat USA in Verdacht

Das Aussenministerium in Teheran erklärte, «Elemente, die in Beziehung zum irakischen Verteidigungsministerium stehen, und die bekanntlich unter der Kontrolle der USA stehen», hätten den Diplomaten Dschalal Scharghi entführt. Es forderte die irakische Regierung und die US-Truppen auf, den Diplomaten sofort freizulassen.

Im Zuge der geplanten Offensive gegen Terroristen in Bagdad wurden am Dienstag Dutzende zusätzliche Strassensperren in der irakischen Hauptstadt eingerichtet. Das Datum für den Beginn der Verwirklichung des von Ministerpräsident Nuri al-Maliki angekündigten neuen Sicherheitsplans für Bagdad ist bislang nicht bekannt.

In Safaranija, einem südlichen Vorort von Bagdad, starb am Dienstag ein Polizist, als ein Sprengsatz neben einer Patrouille detonierte. Drei weitere Beamte wurden nach Polizeiangaben verletzt. In Mossul kamen zwei weitere Polizisten bei Gefechten mit Extremisten ums Leben.

(dapd)

Deine Meinung