Bagdader Flughafen geschlossen
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Bagdader Flughafen geschlossen

Wegen eines Streits zwischen der irakischen Regierung und einer privaten britischen Sicherheitsfirma ist am Freitag der internationale Flughafen von Bagdad geschlossen worden.

Das irakische Innenministerium scheiterte später mit dem Versuch, die Kontrolle über den Flughafen zu übernehmen. Die entsandten Sicherheitskräfte wurden an einem Kontrollpunkt der US-Streitkräfte gestoppt.

Der Flughafen wurde geschlossen, weil die Londoner Firma Global Strategies Group, die für die Sicherheit zuständig ist, ihre Arbeit einstellte. Global erklärte zur Begründung, die irakische Regierung habe seit sechs Monaten nichts mehr gezahlt. Alle ankommenden oder abgehenden Flüge mussten deshalb abgesagt werden. «Wenn der Kunde gezahlt hat, wird Global die Arbeit wieder aufnehmen und einen normalen Betrieb garantieren», erklärte die Firma. Sie hatte schon im Juni aus dem gleichen die Grund die Arbeit für 48 Stunden eingestellt.

Verkehrsminister Esmat Amer kündigte danach an, dass irakische Sicherheitskräfte die Kontrolle des Flughafens übernehmen würden. «Das ist eine Frage der irakischen Souveränität, niemand hat das Recht, den Flughafen zu schliessen», sagte Amer. Das Kabinett habe beschlossen, dass Truppen des Innenministeriums die Sicherung des Flughafens übernehmen sollten. Später erklärte er, um eine Konfrontation mit den US-Truppen zu vermeiden, seien die irakischen Sicherheitskräfte wieder zurückgerufen worden. Die irakische Regierung versucht seit Monaten, den Vertrag mit Global, der noch von der Übergangsverwaltung ausgehandelt worden war, neu zu verhandeln.

Powell distanziert sich von Irak-Rede vor Sicherheitsrat

Der frühere US-Aussenminister Colin Powell hat sich jetzt von seiner Rede vor dem Weltsicherheitsrat distanziert, mit der er 2003 den Irak-Krieg rechtfertigte. Die Ansprache sei ein Schandfleck in seiner politischen Bilanz, sagte Powell am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Fernsehsender ABC. Dies sei schmerzlich für ihn. Powell hatte in der Rede vor dem UN-Gremium im Februar 2003 erklärt, die USA hätten sichere Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak. Solche Waffen wurden nie gefunden.

Der damalige CIA-Direktor George Tenet sei von der Korrektheit der Informationen überzeugt gewesen, die Grundlage für die Rede waren, erklärte Powell. Das Geheimdienstsystem habe jedoch nicht gut funktioniert. «Es gab Leute beim Geheimdienst, die zu der Zeit wussten, dass einige der Quellen nicht verlässlich waren, und sie haben nichts gesagt. Das hat mich vernichtet,» sagte der Exminister. (dapd)

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