Aktualisiert 18.10.2017 08:50

Felsabbruch in Uri

Bagger-Roboter soll die Verschütteten bergen

Die Sicherungsarbeiten beim abgebrochenen Fels in der Ruosalp im Kanton Uri dauern länger als geplant. Nun soll ein ferngesteuerter Bagger die Vermissten bergen.

von
gwa/mme/sda
1 / 5
Mit einem ferngesteuerten Bagger-Roboter wollen die Einsatzkräfte im Kanton Uri nach den noch immer verschütten Arbeitern suchen.

Mit einem ferngesteuerten Bagger-Roboter wollen die Einsatzkräfte im Kanton Uri nach den noch immer verschütten Arbeitern suchen.

Der Spezial-Bagger wird per Helikopter an den abgelegenen Einsatzort geflogen. Die Felssicherungsarbeiten sollen parallel zur Suche weitergeführt werden, heisst es weiter.

Der Spezial-Bagger wird per Helikopter an den abgelegenen Einsatzort geflogen. Die Felssicherungsarbeiten sollen parallel zur Suche weitergeführt werden, heisst es weiter.

Die beiden Arbeiter (26 und 62) wurden bei einem Felsabbruch zwischen der Ruosalp und Alplen am 10. Oktober verschüttet.

Die beiden Arbeiter (26 und 62) wurden bei einem Felsabbruch zwischen der Ruosalp und Alplen am 10. Oktober verschüttet.

Kantonspolizei Uri

Voraussichtlich ab Donnerstag wird auf dem verschütteten Felsenweg ein ferngesteuerter Bagger-Roboter eingesetzt, teilte die Kantonspolizei Uri am Dienstag mit. Mit diesem soll die Bergung der beiden verschütteten Männer vorangetrieben werden.

Die zwei Einheimischen im Alter von 26 und 62 Jahren waren vor einer Woche bei Bauarbeiten an einem Felsenweg zwischen der Ruosalp und Alplen von 2000 Kubikmeter herabstürzendem Gestein überrascht und verschüttet worden. Ein dritter Arbeiter konnte sich befreien und wurde verletzt ins Spital gebracht.

Weil der Hang über dem Weg nach dem Felssturz instabil war, mussten die Bergungsarbeiten abgebrochen und zuerst Felssicherungsarbeiten aufgenommen werden. Seither sind Arbeiter daran, die Felspartie oberhalb der Unfallstelle zu säubern. «Mit dem Fortschreiten der Arbeiten hat sich gezeigt, dass sich die Felsproblematik deutlich gravierender darstellt als angenommen», heisst es in der Mitteilung.

Statt wie ursprünglich geplant rund eine Woche dauern die Sicherungsarbeiten nun noch zwei Wochen länger. Das liegt insbesondere an den vorhandenen Felsverkarstungen: Diese machen umfangreiche Sicherungsarbeiten, den Einsatz von Gitternetzen sowie ein Alarmsystem notwendig.

Ähnlicher Bagger in Bondo im Einsatz

Beim Bagger handelt es sich um ein vier Tonnen schweres Gerät der Marke Caterpillar der Firma Eberhard. Diese und die Schnelleinsatzgruppe SEG24 sind für den Einsatz zuständig. Ein deutlich grösserer Bagger der selben Unternehmen war bereits in Bondo im Einsatz.

«Dieser Caterpillar ist extra von uns für solche Einsätze umgebaut worden», sagt Erwin Schnyder von Eberhard. Die Steuerung des Baggers erfolgt von einem kleinen Raupenfahrzeug aus. Am Bagger befinden sich vier Kameras, welche Bilder auf Screens des Steuergerätes übermittelt.

Am Mittwoch wird der Bagger zu seinem Einsatzort Ruosalp gebracht – zunächst per Lastwagen, dann mit drei Helikopterflügen. Für die Suche nach den Verschütteten wird vor Ort im Gelände noch eine Antenne installiert, damit die Steuerung und Bildübertragung vom und zum Bagger reibungslos funktioniert.

Die Arbeiter hatten vor dem Unglück Spreng- und Bohrarbeiten ausgeführt. Zur Ursache des Felssturzes könnten noch keine Aussagen gemacht werden, schreibt die Polizei. Die Ermittlungen unter der Führung der Staatsanwaltschaft Uri laufen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.