Aktualisiert 23.02.2013 07:37

Raupe unter Molchen

Baggerführer sollte Tiere retten - und säuft ab

Er war gekommen, um zu helfen: Der Baggerführer sollte im Naturschutzgebiet Düdinger Möser seltene Amphibien retten. Doch jetzt steckt sein Gerät selber tief in der Klemme - und wird zum Problem.

von
A. Hirschberg
Knietief im Schlamm: Wer hilft jetzt dem Bagger? (Bild: Leser-Reporter/20 Minuten Online)

Knietief im Schlamm: Wer hilft jetzt dem Bagger? (Bild: Leser-Reporter/20 Minuten Online)

Er war gekommen, um zu helfen, doch dann kam alles anders. Im Naturschutzgebiet Waldeggmoos bei Düdingen FR ist am Donnerstagnachmittag ein Bagger in einem Weiher versunken. Das Gefährt hatte eine hehre Aufgabe: Es sollte das Leben des Kammmolchs, Teichmolchs, Grünfroschs und weiterer seltener Amphibienarten retten. Doch jetzt ist der Fortbestand dieses Baggers nicht mehr gesichert. Denn er ist bis zum «Hals» im Moor versunken, das er ausbaggern sollte.

Hintergrund der Aktion: Im Waldeggmoos wurde früher Torf gestochen. In den alten Torfstichen sammelte sich darauf Wasser und eine Weiherlandschaft entstand. Diese drohte nun zu verlanden. Damit würde der Lebensraum der Amphibien verloren gehen. Darum sollte der Weiher ausgebaggert werden. Gestern – kurz vor Beginn der Laichzeit der Amphibien – begann man mit der Ausführung dieser Arbeiten.

«Etwas peinlich»

Der Baggerfahrer grub wie vorgesehen vom Rand aus den Weiher aus. «Dann brach plötzlich das Ufer unter der Maschine weg und der ganze Bagger rutschte ins Wasser», erzählt Markus Bapst, Gemeinderat von Düdingen. Es wird vermutet, dass das Ufer stabil gewirkt habe, weil es gefroren war. Unter dem Gewicht des Baggers sei es dann aber eingebrochen.

«Das Ganze ist etwas peinlich», so Bapst. Er fügt aber an, dass Moore ausbaggern wegen des instabilen Untergrunds extrem schwierig sei. Nun sei man dabei, den Bagger zu bergen. «Höchste Priorität gilt dem Schutz des Weihers vor auslaufendem Öl.» Ein nächster Anlauf, den Weiher auszubaggern, werde erst im nächsten Herbst genommen. «Mit welcher Methode wir dann vorgehen, ist noch offen.»

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