Aktualisiert 14.06.2011 10:49

«Stuttgart 21»

Bahn nimmt Bauarbeiten wieder auf

Die Polizei hatte zuvor die Sitzblockaden der Gegner des Bahnprojekts auflösen müssen. Dabei wurden die Demonstranten nach und nach weggetragen und Platzverweise ausgesprochen.

von
bee

Nach einem zweimonatigem Baustopp hat die Deutsche Bahn am Dienstag die Arbeiten am umstrittenen Bahnhofprojekt «Stuttgart 21» wieder aufgenommen. «Es laufen die ersten Vorbereitungsarbeiten», sagte ein Bahnsprecher.

Nach Angaben der Bahn sollten an diesem Dienstag Arbeiten am Grundwassermanagement an der Südseite des Bahnhofs vorgenommen werden. Ausserdem werde an einer Kellerdecke am Nordflügel gearbeitet, hiess es. Dort ist ein unterirdisches Technikgebäude geplant.

Sitzblockaden aufgelöst

Die Polizei löste am Dienstagmorgen zwei Sitzblockaden von Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 auf. Rund 100 Menschen nahmen laut Polizei an einer Aktion an der Südseite des Bahnhofs teil, die nach und nach weggetragen wurden.

Bei einer Blockade am Nordflügel versperrten rund 30 Demonstranten einem Lastwagen mit Baumaterial die Zufahrt zur Baustelle, bevor auch sie von der Polizei weggetragen wurden. Grössere Auseinandersetzungen gab es zunächst nicht.

Verzicht auf Verlängerrung des Baustillstands

Am Freitag hatte die grün-rote Landesregierung darauf verzichtet, den Baustillstand bis Mitte Juli zu verlängern. Eine Verlängerung hätte Kosten von 56 Millionen Euro zur Folge gehabt. Die Grünen sind gegen die Tieferlegung, die SPD dafür - beschlossen wurde eine Volksabstimmung im Herbst.

Seit einem Jahr gibt es in Stuttgart teilweise heftige Proteste gegen den 4,1 Milliarden Euro teuren Umbau des 16-gleisigen Kopfbahnhofs in einen achtgleisigen Durchgangsbahnhof mit kilometerlangen Tunnelstrecken.

Umstrittenes Milliardenprojekt

Am 14. Juli soll der Belastungstest vorgestellt werden, der zeigt, ob der neue Bahnhof in der Spitzenstunde 30 Prozent mehr Züge abfertigen kann als der bisherige Bahnhof.

Der Leiter der Technik der Deutschen Bahn, Volker Kefer, hatte am Freitag angekündigt, am 15. Juli müsste aus Termingründen die Auftragsvergabe für die Tunnels bekanntgegeben werden. Der Auftrag hat einen Umfang von 750 Millionen Euro. (bee/sda/dapd)

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