Aktualisiert 20.05.2007 22:01

Bahnhofbau: Bereits wird mit neuem Polit-Zoff gedroht

«Die Stadt Bern betreibt soziale Säuberung mit dem Hochdruckreiniger», sagt Stadtrat Daniele Jenni. Er will verhindern, dass die Randständigen dauerhaft aus dem Bahnhof vertrieben werden.

«Wir werden die angekündigte Bahnhofsordnung auf allen Ebenen bekämpfen», sagt Daniele Jenni (GPB). Schon jetzt gelte es zu verhindern, dass der Gemeinderat nach der Sanierung der Christoffelunterführung einfach Verbotstafeln aufhängen könne. «Die Regierung handelt eigenmächtig. Statt die Bahnhofsordnung dem Parlament zu unterbreiten, versucht sie, die Randständigen mit einem Erlass zu verdrängen.»

Als Jurist hat Jenni bereits erreicht, dass die bisherige Bahnhofsordnung und der Wegweisungsartikel nicht im geplanten Ausmass vollzogen werden konnten. Und das Parlament hat Anfang Jahr beschlossen, dass die Stadt künftig ganz auf Wegweisungen verzichten soll. «Wir werden die Säuberung des öffentlichen Raums auch diesmal mit breitem Widerstand verhindern», so Jenni. In den letzten Wochen mussten das Alki-Stübli, die Gassenküche und die offene Szene dem Umbau weichen. Viele Randständige hätten sich darauf in den privaten Bereich zurückgezogen, vermutet Jenni.

Patrick Marbach

Katz-und-Maus-Spiel um Gassenküche

Im Streit um die Berner Gassenküche kam es gestern nicht zur befürchteten Konfrontation mit der Polizei. Rund hundert Sym-pathisanten hatten sich im Schanzenpark versammelt und verpflegt. Die Polizei liess sie gewähren, sperrte aber gleich daneben die Bernerhof-Passage ab. «Unser Auftrag beschränkt sich auf diesen Standort», erklärte Franz Märki von der Stapo. Auf das Angebot der Stadt, neben das Fixerstübli zu ziehen, geht die Gassenküche nicht ein. Gestern wurde sie von der Antifa unterstützt, die im Park ein antirassistisches Handtaschen-Zielwerfen durchführte.

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