Keine Maske getragen - Bahnpolizei warf sehbehinderte Frau mit Maskenattest aus dem Zug
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Keine Maske getragenBahnpolizei warf sehbehinderte Frau mit Maskenattest aus dem Zug

Eine Zugpassagierin erhielt einen Strafbefehl wegen Hinderung einer Amtshandlung und Verstoss gegen das Epidemiengesetz. Nun wurde sie teilweise freigesprochen. Bezahlen muss sie mehr als vor der Verhandlung.

von
Zoé Stoller
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Eine Frau erhielt wegen Verstosses gegen das Epidemiengesetz und wegen Hinderung einer Amtshandlung einen Strafbefehl. (Symbolbild)

Eine Frau erhielt wegen Verstosses gegen das Epidemiengesetz und wegen Hinderung einer Amtshandlung einen Strafbefehl. (Symbolbild)

Tamedia/Urs Jaudas
Dies, weil sie im Zug keine Maske trug und sich weigerte, ihr Attest vorzuweisen.  (Symbolbild)

Dies, weil sie im Zug keine Maske trug und sich weigerte, ihr Attest vorzuweisen. (Symbolbild)

 Tamedia/Urs Jaudas
Das SBB-Personal verwies sie deshalb des Zuges. (Symbolbild)

Das SBB-Personal verwies sie deshalb des Zuges. (Symbolbild)

Tamedia/Urs Jaudas

Darum gehts

  • Eine sehbehinderte Frau trug im Zug keine Maske und wollte ihr ärztliches Attest nicht zeigen.

  • Nachdem sie aus dem Zug geschleift wurde, erhielt sie von der Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe.

  • Mit den Verfahrenskosten hätte sie fast 1000 Franken bezahlen müssen.

  • Das Regionalgericht Oberland in Thun sprach sie nun teilweise frei.

Weil eine Frau im Zug keine Maske trug und sich weigerte, ihr ärztliches Attest vorzuweisen, wurde sie aus dem Zug geschleift und an einem Bahnhof zurückgelassen. Daraufhin wurde sie wegen Verstosses gegen das Epidemiengesetz und wegen Hinderung einer Amtshandlung für schuldig erklärt. Die Frau erhob Einspruch gegen den Strafbefehl und wurde am Donnerstag teilweise freigesprochen, wie die «Berner Zeitung» schreibt.

Die stark sehbehinderte Frau war im November mit dem Zug ins Berner Oberland gereist. Als sie das Fahrpersonal darauf hinwies, dass im öffentlichen Verkehr Maskenpflicht herrsche, erklärte die 57-Jährige, dass sie über ein ärztliches Attest verfüge. Die Frau weigerte sich aber, sowohl das Schreiben vorzuweisen als auch aus dem Zug auszusteigen. Daraufhin wurde sie von der Transportpolizei aus dem Zug bugsiert und an einem ihr unbekannten Bahnhof alleine zurückgelassen. Durch die grobe Art des SBB-Personals erlitt die Frau Blutergüsse, welche im Spital bestätigt wurden.

Am Zugsitz festgehalten

Für dieses Verhalten erhielt die Frau eine bedingte Geldstrafe von acht Tagessätzen à je 90 Franken und eine Probezeit von zwei Jahren. Zusätzlich erhielt sie Bussen im Umfang von 430 Franken und hätte 500 Franken Verfahrenskosten berappen müssen.

Dagegen erhob sie Einsprache, weswegen es zur Hauptverhandlung in Thun kam. Dort wurde sie von der Übertretung des Epidemiengesetzes freigesprochen. Die Richterin bestätigte jedoch die Hinderung einer Amtshandlung, weil sich die Frau im Zug am Sitz festgehalten habe.

Die bedingte Geldstrafe von acht Tagessätzen à je 90 Franken und die Probezeit von zwei Jahren erhielt die Richterin aufrecht, ebenso eine Verbindungsbusse von 180 Franken. Neu hinzu kommen jetzt jedoch Verfahrenskosten von 2520 Franken – die sich um 800 Franken reduzieren, wenn keine schriftliche Begründung verlangt wird.

Das Urteil kann innert zehn Tagen angefochten werden.

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