Aktualisiert 02.01.2012 13:29

Lawinengefahr gebannt

Bahnstrecke am Oberalp wieder offen

Die Matterhorn Gotthard Bahn hat am Montagmorgen den Betrieb am Oberalppass wieder aufgenommen. Damit ist die Bahnstrecke vom Wallis nach Graubünden wieder durchgehend befahrbar.

Frau Holle hat ihren Segen über den Schweizer Alpen reichlich ausgeschüttet. Im Gebirge liegt dreimal soviel Schnee wie sonst zum Jahreswechsel üblich. Das führte zu Problemen. Wegen Lawinengefahr geschlossene Bahnverbindungen waren am Montag aber wieder offen.

Die Matterhorn Gotthardbahn nahm am Morgen des Berchtoldstags ihren Betrieb am Oberalppass wieder auf. Den ebenfalls wegen drohender Lawinen geschlossenen Autoverlad an der Furka hatte die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) schon am Neujahrsabend wieder in Betrieb genommen.

Die Bahn hatte die beiden Autoverlade zwischen Uri und dem Wallis sowie zwischen Uri und Graubünden am Freitag eingestellt.

Ebenfalls seit dem Neujahrstag funktioniert der am Samstag auf Notbetrieb umgestellte Autoverlad am Lötschberg wieder. Die BLS nahm den Bahnhof Goppenstein VS am Sonntagabend wieder ohne Einschränkungen in Betrieb, wie sie mitteilte.

Auch die Walliser Täler Goms und Lötschental konnten am Sonntagabend wieder für den Verkehr freigegeben werden. Das WSL- Institut für Schnee- und Lawinenforschung bezeichnete die Lawinengefahr am Montag für weite Teile des Landes als erheblich. An Silvester war sie noch auf der zweithöchsten Stufe «gross».

Brünigbahn unterbrochen

Wegen eines Schneebretts war zudem die Brünigstrecke der Zentralbahn an Silvester unterbrochen. Die Züge von Interlaken über den Brünig nach Luzern fielen zwischen Meiringen BE und Giswil OW aus, bis Schnee von den Schienen geräumt war.

Im Strassenverkehr kam es neben den wegen Lawinengefahr gesperrten Zufahrten zu den Autoverladestationen zu wenig Behinderungen. Das Unfallgeschehen hielt sich in Grenzen.

Auf der Autobahn A2 bei Gurtnellen UR verletzten sich am Silvesterabend fünf Personen bei einem Auffahrunfall vierer Autos schwer. Unter den Verletzten sind drei Kinder. Zwischen Schuls und Martina GR wurden am Samstagnachmittag drei Personen bei einer Frontalkollision verletzt.

Lauwarmer Jahresstart

Der Jahreswechsel verlief wettermässig turbulent. Nach starken Niederschlägen mit Schnee bis in die tiefen Lagen der Alpennordseite regnete es an Silvester ausgiebig, wie MeteoNews meldet.

Das Jahr 2012 dämmerte dank subtropischer Luft äusserst mild herauf. Am frühen Nachmittag des Neujahrstags war es in Delsberg mit 14,6 und in Basel mit 14,5 Grad frühlingshaft warm, wie der Wetterdiensts Meteomedia mass. SF Meteo meldete für Genf den wärmsten Neujahrstag seit mindestens 30 Jahren.

Am Berchtoldstag zog eine Kaltfront durchs Land und liess die Schneefallgrenze gegen Abend hin auf bis zu 700 Meter über Meer sinken. Die Temperaturen fielen begleitet von Niederschlägen und böigen Westwinden verbreitet um 8 bis 10 Grad.

Viel Schnee - Niederschlagsreicher Dezember

Nach Angaben der Wetterdienste liegt derzeit in den Hochalpen doppelt bis dreimal soviel Schnee liegt wie sonst zum Jahreswechsel üblich. Das ist den riesigen Niederschlagsmengen im Dezember geschuldet.

Im zu trockenen Jahr 2011 brachte allein der Dezember auf der Alpennordseite einen Fünftel des gesamten Jahresniederschlags, wie MeteoNews berichtet. Der Säntis kriegte gemäss SF Meteo mit 766 Litern pro Quadratmeter die höchste dort oben je gemessene Niederschlagsmenge ab. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.