Bahntunnel durch den Grossen St. Bernhard
Aktualisiert

Bahntunnel durch den Grossen St. Bernhard

Die Schweiz und Italien wollen gemeinsam das Potenzial einer neuen Eisenbahnverbindung durch den Grossen St. Bernhard untersuchen.

Zu diesem Zweck soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, wie der Kanton Wallis am Freitag mitteilte.

Anlässlich eines Treffens in Aosta (I) hat der Ausschuss der Interessengemeinschaft für den Eisenbahntunnel am Grossen St. Bernhard am Donnerstag seinen Willen für das Vorantreiben des Projekts bekräftigt.

Carlo Perrin, Präsident der Regierung des Aostatals und der Walliser Verkehrsdirektor Jean-Jacques Rey-Bellet nahmen zudem Kenntnis von den Ergebnissen des Verkehrsminstertreffens der Alpenländer vom vergangenen Mai.

Technischer Ausschuss

Bundesrat Moritz Leuenberger und dessen Italienischer Amtskollege Pietro Lunardi hatten in Regensberg ZH beschlossen, die Frage der Eisenbahntransversale durch den Grossen St. Bernahrd von einem technischen Ausschuss abklären zu lassen.

«Dieser Beschluss demonstriert zum ersten Mal den gemeinsamen Willen der beiden Länder, das Potenzial dieser Eisenbahnverbindung zu untersuchen», hält der Kanton Wallis in seiner Mitteilung fest.

Das Projekt am Grossen St. Bernahrd sieht unter anderem einen rund 48-Kilometer langen Basistunnel vor mit Anschlussstrecken in der Schweiz und in Italien. Die Fahrt von Martigny VS nach Aosta würde 20 Minuten dauern. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von 10 Jahren und mit Kosten von rund zehn Mrd. Franken.

Wallis unterstützt Idee

Der Bund hat das Projekt bisher noch nicht in die Planung der grossen Eisenbahnachsen aufgenommen, die bis ins Jahr 2020 definiert ist. Der Kanton Wallis steht der Idee eines neuen Eisenbahntunnels durch den Grossen St. Bernhard positiv gegenüber.

Das Walliser Kantonsparlament genehmigte im vergangenen April einen Kredit von 250 000 Franken als Beteiligung an den Projektstudien. (sda)

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