«Nicht Filmen, keine Fotos» - EM-Euphorie in Baku Fehlanzeige – Polizisten verbieten Videoaufnahmen
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«Nicht Filmen, keine Fotos»EM-Euphorie in Baku Fehlanzeige – Polizisten verbieten Videoaufnahmen

Am Samstag legt die Schweizer Nati an der EM los. Auch für die Gastgeberstadt Baku ist es das erste Spiel der Europameisterschaft. Von EM-Euphorie fehlt jedoch noch jede Spur.

von
Tobias Wedermann, Aserbaidschan

Von Euphorie ist in Baku noch nicht viel zu spüren.

20 Minuten

Darum gehts

  • Am Samstag startet die Nati ins EM-Abenteuer in Baku.

  • Dass die Hauptstadt Aserbaidschans eine Gastgeberstadt ist, merkt man zwei Tage vor dem Start noch nicht.

  • Polizisten in der Innenstadt stellen derweil sicher, dass Journalisten kaum Videoaufnahmen von Baku machen können.

Schönes Wetter, sommerliche Temperaturen, sehr gastfreundliche Menschen und Glaspaläste inmitten von traditionellen Bauten und viel Personal, das beispielsweise täglich die Strassen reinigt, damit auch alles sauber ist – Baku zeigt sich vor Ort von seiner Schokoladenseite. Dass in der Hauptstadt Aserbaidschans aber in zwei Tagen zum ersten Mal ein EM-Spiel ausgetragen wird, merkt man kaum. Lediglich ein paar Plakate und Schilder machen in der Innenstadt auf die Europameisterschaft aufmerksam. Auch in einigen Medien Aserbaidschans sind kaum Artikel über die Europameisterschaft zu finden.

Die Schweizer Nati hat in den ersten Tagen ebenfalls bemerkt, dass das grosse EM-Fieber in Baku noch nicht vorhanden ist. Nati-Star Remo Freuler: «Als wir bei der WM 2018 in Russland angekommen sind, war überall Fussball-Euphorie. Hier in Baku hat man das Gefühl, dass es am Samstag einfach ein Spiel ist für irgendetwas.» Der 29-Jährige glaubt jedoch, dass dieses Gefühl spätestens im Stadion aufkommen wird am Samstag. «Wenn wir dann endlich wieder mal Fans hören und spüren, werden wir sicher bereit sein», so Freuler.

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Viel los ist in Baku derzeit nicht. 

Viel los ist in Baku derzeit nicht.

Tobias Wedermann
Das bemerkte auch schon der Nati-Star Remo Freuler: «Als wir bei der WM 2018 in Russland angekommen sind, war überall Fussball-Euphorie. Hier in Baku hat man das Gefühl, dass es am Samstag einfach ein Spiel ist für irgendetwas.»

Das bemerkte auch schon der Nati-Star Remo Freuler: «Als wir bei der WM 2018 in Russland angekommen sind, war überall Fussball-Euphorie. Hier in Baku hat man das Gefühl, dass es am Samstag einfach ein Spiel ist für irgendetwas.»

Tobias Wedermann
Das bemerkte auch schon der Nati-Star Remo Freuler: «Als wir bei der WM 2018 in Russland angekommen sind, war überall Fussball-Euphorie. Hier in Baku hat man das Gefühl, dass es am Samstag einfach ein Spiel ist für irgendetwas.»

Das bemerkte auch schon der Nati-Star Remo Freuler: «Als wir bei der WM 2018 in Russland angekommen sind, war überall Fussball-Euphorie. Hier in Baku hat man das Gefühl, dass es am Samstag einfach ein Spiel ist für irgendetwas.»

freshfocus

Polizisten verbieten Videoaufnahmen für Journalisten

Ob es dann aber wirklich die erlaubten 35’000 Fans in Bakus Olympiastadion sein werden, ist noch unklar. Von Waliser Fans fehlt noch jede Spur, rund 100 Schweizer Fans sind am Donnerstag mit dem Charterflug angekommen. Bei den Einheimischen scheint sich die Aufregung ebenfalls noch in Grenzen zu halten. Einige wissen im Gespräch mit 20 Minuten gar nicht, dass es am Samstag in ihrer Stadt losgeht. «Was macht ihr Schweizer in Baku? Für welches Fussballspiel seid ihr hier?», war etwa eine Frage im Restaurant. Für die Türkei-Spiele in Baku wird derweil einiges erwartet, da die türkische Community in der Stadt gross ist. Vor der Kamera will sich jedoch niemand äussern.

Kameras sind in der Hauptstadt Aserbaidschans generell nicht gerne gesehen. Security-Personal und Polizisten sind an jeder Strassenecke präsent in der Innenstadt. Vier Wörter können sie perfekt auf Englisch: «Nicht Filmen, keine Fotos.» Auch wenn es nur darum geht, Impressionen dieser schönen und grösstenteils für Schweizerinnen und Schweizer noch unbekannten Stadt am kaspischen Meer aufzunehmen.

Egal, ob pompöse Wasserbrunnen, spektakuläre Architektur, gepflegte Stadtparks, die Überreste des Formel-1-Rennens vom Sonntag oder die charmante Altstadt – wenn gefilmt wird, taucht die Polizei oder das Sicherheitspersonal auf und beobachtet einen, dass man auch bestimmt nicht ein paar Meter weiter einen neuen Versuch startet. Mehrere Berichte von Schweizer Medien mussten so in den vergangenen Tagen schon abgebrochen werden. Immerhin: Ein Selfie mit dem eigenen Smartphone scheint für Touristen und Fussballfans erlaubt zu sein.

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