Aktualisiert 10.06.2009 18:18

BotanikBald blüht die grösste Blume der Welt

Die Titanwurz, die grösste Blume der Welt, blüht nur alle fünf bis acht Jahre. Im botanischen Garten von Leiden steigt die Spannung: Bald ist es dort wieder soweit.

Der bekannte «Hortus Botanicus» der niederländischen Universitätsstadt beherbergt mehrere der zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) gehörenden Riesenblumen. Die Titanwurz (Amorphophallus titanum; aus griech. amorphos für unförmig und phallos für Penis) ist durch ihren Blütenstand die grösste Blume des Pflanzenreichs. Das derzeit grösste bekannte Exemplar befindet sich im Zoologisch-Botanischen Garten von Stuttgart; diese Titanwurz produzierte 2005 einen Blütenstand von 2,94 Meter Höhe und einem Umfang von 1,50 Metern.

Auch bei der Titanwurz, die sich in Leiden zu blühen anschickt, dürfte es sich um ein imposantes Gewächs handeln. Die niederländischen Botaniker erwarten eine Blütenkelch-Höhe von etwa zwei Metern, da die Knolle bedeutend schwerer ist als jene, die letztes Jahr blühte. Die Blüte soll um den 21. Juni herum stattfinden.

Aasgeruch am Abend

So selten das Spektakel ist, so schnell ist es auch vorbei: Die Amorphophallus titanum blüht nur einen Tag lang. Den Höhepunkt der Blüte erreicht die ursprünglich von der indonesischen Insel Sumatra stammende Pflanze am Abend; dann veströmt sie auch den typischen, widerlichen Aasgeruch, der Insekten anlocken soll. Die von dem Gestank angezogenen Aaskäfer kriechen dann in den Kelch hinab, wo sie ihre Eier legen. Die Titanwurz tut alles, um ein für die Kerbtiere angenehmes Klima zu schaffen: So ist die Temperatur im Kelch etwa zehn bis fünfzehn Grad höher als ausserhalb. Die Insekten gewährleisten mit ihrem Besuch die Bestäubung und damit die Fortpflanzung der phallischen Riesenblume. Umgekehrt profitieren die Käfer aber nicht von der Pflanze: Die Larven, die aus den im Kelch abgelegten Eiern schlüpfen, verhungern elendiglich.

Den widerlichen Duft produziert die Pflanze mit Hilfe einer Vielzahl von schwefelhaltigen Verbindungen und Aminen, darunter Dimethyldisulfid, Dimethyltrisulfid, Putrescin und Cadaverin.

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(Quelle: Wikipedia.org / hortus.leidenuniv.nl)

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