Kurzsichtig: Bald braucht jedes zweite Schulkind eine Brille

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KurzsichtigBald braucht jedes zweite Schulkind eine Brille

Viel Lernen und zu wenig Tageslicht: Bereits heute ist jeder zweite Schulabgänger kurzsichtig, Tendenz steigend.

von
chk
Langes Lernen macht kurzsichtig: Immer mehr Kinder im Schulalter werden zum Brillenträger. Foto: Getty Images

Langes Lernen macht kurzsichtig: Immer mehr Kinder im Schulalter werden zum Brillenträger. Foto: Getty Images

Immer mehr Kinder sehen in die Weite nicht scharf. Auch hierzulande steigt die Zahl der kurzsichtigen Mädchen und Buben. Das zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung». Brauchen zu Beginn der Primarschule nur wenige Kinder eine Brille, ist es in der Oberstufe bereits jedes Dritte, Tendenz steigend.

«Wir gehen davon aus, dass in ein paar Jahren jeder zweite Schulabgänger kurzsichtig ist», sagt Veit Sturm, leitender Arzt der Augenklinik am Kantonsspital St.Gallen. Mit dem gestiegenen Leistungsdruck und dem veränderten Freizeitverhalten verbringen Mädchen und Buben heute mehr Zeit drinnen. Und während Stunden ein immer gleicher und vor allem kurzer Abstand zu Büchern und Bildschirmen zu haben, fördert die Augenerkrankung. «Deshalb ist es wichtig, dass man zwischendurch aufschaut und den Blick in die Ferne schweifen lässt.»

Tageslicht ist beste Prophylaxe

Die beste Prophylaxe in der Kindheit gegen Kurzsichtigkeit ist jedoch Tageslicht. Zwei Stunden im Freien pro Tag wären optimal. Denn je früher die Kurzsichtigkeit beginnt, desto stärker ausgeprägt ist sie am Ende des Jugendalters. «Es ist deshalb wichtig, Kurzsichtigkeit vorzubeugen», sagt Mathias Abegg, leitender Arzt der Orthoptik am Inselspital in Bern.

Neu ist dies mit Atropin-Augen-Tropfen möglich. «Insbesondere wenn sich die Sehfähigkeit bei einem Kind rasch verschlimmert, sind Atropin-Tropfen schwach dosiert effektiv», sagt Abegg. Noch werden in der Schweiz erst wenige hundert Kinder mit Atropin behandelt.

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